EU startet Verhandlungen über umfassendes Abkommen mit Libyen

13. November 2008, 12:30
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Ferrero-Waldner hofft auf Abschluss 2009 - Freihandel, Energie und Justizzusammenarbeit als Ziele

Brüssel - Die Europäische Kommission hat am Donnerstag Verhandlungen über ein umfassendes Rahmenabkommen mit Libyen aufgenommen. Wie Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner in Brüssel erklärte, soll das Abkommen neben einem politischen Dialog auch eine Freihandelsregelung, Justiz- und Energiefragen beinhalten. "Vielleicht können wir im Laufe von 2009 die Verhandlungen abschließen, wenn wir Glück haben", sagte sie.

Libyen sei ein entscheidender Energielieferant für die Europäische Union, sagte Ferrero-Waldner. So würden 90 Prozent der libyschen Ölexporte in die EU gehen. Die Öl- und Gas-Vorkommen in dem nordafrikanischen Land seien noch weitgehend unerforscht, Libyen habe hier "ein großes Potenzial", sagte die EU-Kommissarin.

Ferrero-Waldner betonte, die Verhandlungen würden nicht nur zu einer Stärkung der Beziehungen zwischen EU und Libyen führen, sondern auch Libyens internationale Rolle konsolidieren. "Dies ist ein Moment, auf den wir lange gewartet haben", sagte sie. In einer nächsten Runde sollen auch Gesundheits-, Verkehrs- und Bildungsfragen verhandelt werden. Respekt für Menschen- und Grundrechte seien ebenfalls in dem Mandat verankert, sagte Ferrero-Waldner.

Libyen nimmt als einziges Mittelmeer-Land nicht an der im Juli gegründeten "Mittelmeer-Union" zwischen der EU und den nordafrikanischen Partnerstaaten teil. Bisher verfügt die EU über keine vertraglichen Beziehungen mit dem Wüstenstaat. Der Weg für Verhandlungen war nach Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern aus libyscher Gefangenschaft im Vorjahr frei geworden. (APA)

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