Stadtzeitung bietet zehn Euro für AUA

13. November 2008, 12:30
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Herausgeber von "Wien-konkret Medien GmbH" erwartet keinen Schuldennachlass, Angebot sei ernst gemeint und kein "Jux-Angebot"

Wien - Leicht hat es die AUA in diesen Zeiten wahrlich nicht. Nun kommt zur schwierigen Lage des österreichischen Flugunternehmens rund um den Verkaufsprozess eine Art Juxangebot einer Wiener Stadtzeitung zur Übernahme der Airline um 10 Euro. In einem Schreiben von "Wien-konkret Medien GmbH" an ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis heißt es, dass ein Schuldenerlass von der Republik Österreich oder der Staatsholding ÖIAG für Schulden der AUA nicht erwartet werde. Der Herausgeber der Stadtzeitung, Robert Marschall, sprach zwar von einem "unüblichen Angebot", aber es sei tatsächlich ernsthaft gemeint und kein Scherz.

Kaufpreis aus der Handkassa

Marschall sagte, "das ist sehr ernst gemeint. Die Schulden bleiben bei der AG. Als Aktionär kaufen Sie Aktien. Die Aktien haben ja keine Schulden und die 10 Euro Kaufpreis kann ich aus der Handkassa bezahlen." Jedenfalls sei derzeit "Wien-konkret der Bestbieter. Ich habe auch dem Finanzminister angeboten, den Kaufpreis zu hinterlegen. Bei 10 Euro ist das zwar nicht sehr sinnvoll, aber wenn das in Zweifel gestellt wird ...". Auf die Frage, ob er glaube, dass tatsächlich seinem Angebot näher getreten werden könnte, meinte Marschall: "Noch einmal, wir sind Bestbieter. Mit einer halben Milliarde Euro Vorsprung. Und unser Angebot ist verbindlich. Das zweite Angebot von Lufthansa ist ja nicht einmal verbindlich". Und wieso er sich für geeignet hält, eine Luftlinie zu kaufen? - Marschall: "Um Aktionär der AUA zu werden, braucht man keine Fluglinienkonzession".

Jedenfalls "kann jeder mitmachen. Und wenn nur ein verbindliches Kaufangebot vorliegt, muss der Zuschlag an die Wien-konkret Medien GmbH gehen", zeigt sich der Stadtzeitungs-Herausgeber selbstsicher. Allerdings hätten sich ja auch schon die Hoteliers Überlegungen gemacht, ob sie nicht als Konsortium ein Angebot legen könnten, so Marschall.

In dem Schreiben an Michaelis heißt es, dass ein Schuldennachlass auch gegen das geltende EU-Wettbewerbsrecht verstoßen würde. Als "Vorteile" bei einem "Zuschlag" an die Stadtzeitung werden von Marschall genannt, dass keine Subventionen durch den österreichischen Steuerzahler notwendig seien, während laut Medienberichten die deutsche Lufthansa 500 Millionen Euro Staatszuschuss wolle und dass die AUA in österreichischem Besitz bliebe. Als Frist für das Angebot wird der 31. Jänner 2009 genannt. (APA)

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