iPhone mischt mobilen Gamesmarkt auf

13. November 2008, 11:50
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Apple konkurriert mit Nintendo DS und PSP

Nachdem Apple mit dem iPhone den Handymarkt aufgemischt hat, nimmt das Unternehmen nun auch den mobilen Gamesmarkt ins Visier. In kurzer Zeit haben sich iPhone und iPod touch zu einer ernsthaften Konkurrenz zu den etablierten Handhelds von Nintendo und Sony entwickelt. Große Spieleentwickler wie Sega und Electronic Arts sowie kleinere Start-ups sind bereits auf den Geschmack gekommen und produzieren eifrig Games für das populäre Apple-Handy. Wie das Wall Street Journal berichtet, sind inzwischen schon knapp 2.000 iPhone-Spiele auf dem Markt.

"Bislang haben wir das iPhone überhaupt nicht zu spüren bekommen. Wetbewerber gab es auch vorher schon"

Die Entwickler zeigen sich vor allem deshalb von der Spieleplattform iPhone angetan, weil die Vertriebskosten durch Apples Online-Vermarktungsstrategie deutlich geringer ausfallen als für Nintendo DS oder PSP. Dadurch sind die Games, die den Nutzern zu günstigen Preisen angeboten werden, für die Publisher sehr profitabel. Mit ihren großen Displays und hohen Grafikleistungen eignen sich iPhone und iPod touch auch technisch hervorragend für Videospiele. Bei Nintendo zeigt man sich trotzdem wenig beeindruckt von der neuen Konkurrenz. "Bislang haben wir das iPhone überhaupt nicht zu spüren bekommen. Wetbewerber gab es auch vorher schon", sagt Nintendo-Marketingleiter Gerald Kossaer auf Nachfrage von pressetext. Generell habe Nintendo zudem immer großen Wert auf innovative Spiele und Spielespaß gelegt - weniger auf extreme Grafikauflösungen.

Zielgruppe

Zwar bevorzugen manche Entwickler derzeit die Produktion von iPhone-Spielen, weil sich diese kostensparend und unkompliziert gestaltet. Trotzdem müssen Nintendo DS und PSP wohl nicht um ihr Überleben fürchten. "Wir glauben eher, dass sich die Zielgruppe weiter ausweiten wird, also dass das Spielen auf dem iPhone noch dazukommt", meint Martin Lorber, Pressesprecher Electronic Arts (EA) Deutschland, gegenüber pressetext. Zweifelsfrei aber sei das iPhone eine interessante Spieleplattform. "Zum einen, weil die Nutzer sehr spieleaffin sind, zum anderen, weil sich insgesamt durch das iPhone die Wahrnehmung von interaktiver Unterhaltung auf Mobiltelefonen erhöht", so Lorber weiter. Derzeit bietet EA in Europa drei Spiele für das iPhone an: Tetris, Spore und Sudoku. In den kommenden Monaten werden laut Lorber sieben weitere dazukommen.

Sega hat mit dem Game "Super Monkey Ball" für iPhone und iPod touch bereits einen großen Wurf gelandet. Das Spiel verkaufte sich mittlerweile über 500.000 mal - nicht zuletzt weil es mit einem Preis von zehn Dollar deutlich günstiger ist als Games für PSP und Nintendo DS, die in der Regel bis zu 40 Dollar kosten. Manche Entwickler sprechen auch davon, dass die Apple-Geräte in mancher Hinsicht sogar leistungsstärker als die etablierten Handhelds sind. Allerdings verfügt das iPhone über keine physischen Bedienungstasten, was zu einer eingeschränkten Spielfreiheit auf dem glatten Display führt.

Mühe

Dass sich Apple intensiv darum bemüht, den mobilen Gamesmarkt zu erobern, liegt nicht zuletzt daran, dass der Konzern nach neuen Wachstumsimpulsen für seine portablen Geräte sucht. Das Marktpotenzial von Menschen, die iPods zum Musik- und Videokonsum kaufen, ist laut Analysten begrenzt und bald gesättigt. Daher ist es sinnvoll, wenn sich Apple nach neuen Anwendungen umsieht, die zur weiteren Verbreitung der Geräte anregen. Immerhin lag das Umsatzwachstum im Bereich der iPods zuletzt nur mehr bei drei Prozent. (pte)

 

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