Erster Präfekt afrikanischer Herkunft ernannt

13. November 2008, 11:36
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Regierung bestreitet "Obama-Effekt"

Paris - Der Ministerrat in Paris hat am Mittwoch den ersten Präfekten afrikanischer Herkunft in Frankreich ernannt. Wie Innenministerin Michele Alliot-Marie bekanntgab, handelt es sich dabei um den 43-jährigen, aus Kamerun stammenden Pierre N'Gahane. Er wurde zum Präfekten des südfranzösischen Departements Alpes-de-Haute-Provence ernannt.

Danach befragt, ob diese Ernennung auf die Wahl des ersten farbigen US-Präsidenten in der Person Barack Obamas in Verbindung stehe, meinte Alliot-Marie: "Es handelt sich einfach um die Anerkennung der Qualitäten einer Person, die bereits die Funktionen eines Präfekten ausübte." In der Tat war N'Gahane vordem bereits Präfekt für Chancengleichheit im südfranzösischen Departement Bouches-du-Rhone.

"Politischer Wille"

Justizministerin Rachida Dati betonte, dass es "politischer Wille" sei, "jene Bevölkerung zu integrieren, die zu Beginn des Lebens mehr Schwierigkeiten hat". Dati verneinte, dass sich Präsident Nicolas Sarkozy an der Wahl Obamas habe inspirieren lassen und fügte hinzu: "Vielleicht ließ sich Obama von der französischen Regierung inspirieren."

Wie der Generalsekretär von Sarkozys konservativer Regierungspartei UMP, Patrick Devedjian, präzisierte, handelt es sich bei N'Gahane genau genommen nicht um den ersten schwarzen Präfekten im Land, wohl aber um den ersten farbigen Beamten ausländischer Herkunft in dieser Position. Vordem seien nämlich bereits Schwarze von den Französischen Antillen ernannt worden. Allerdings sind die Einwohner der Karibik-Inseln, der Überseedepartements Guadeloupe und Martinique, seit der Zeit von König Ludwig XIV. Bürger Frankreichs, im Gegensatz zu aus früheren Kolonien in Afrika Eingewanderten.

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