Wer auf Raten kauft, zahlt teuer drauf

13. November 2008, 10:34
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Hohe Preise, wohin man schaut - da klingt Teilzahlung auf den ersten Blick verlockend, doch Kaufen mit Ratenzahlung kommt häufig teurer als eine Kredit-Finanzierung

!Wien -  Bei Angeboten mit Null-Prozent oder niedrigen Zinssätzen kann die Rate durch besonders üppige Gebühren teuer werden, was den Kaufpreis letztlich in die Höhe schnalzt. Am kostspieligsten ist Teilzahlung bei Elektrofachmärkten und Versandhändlern - bis zu 21 Prozent Gesamtzinsen. Das zeigt ein Test der Arbeiterkammer (AK) bei 16 Elektrofach-, Versand- und Möbelhändlern im Oktober.

Bei Ratenzahlung sagt der Zinssatz allein noch nicht aus, was am Ende zu zahlen ist. Der Nominalzinssatz ist ohne Nebenkosten. Im effektiven Zinssatz sind gemäß Bankwesengesetz Bearbeitungsgebühren, aber keine Kontospesen und keine Kreditsteuer enthalten. Im errechneten Gesamtzinssatz sind Bearbeitungs-, Kontoführungsgebühr, Kreditsteuer, sonstige Gebühren und Abgaben drinnen.Die AK verlangt anlässlich ihres aktuellen Tests über Ratenkäufe mehr Sicherheit für die VerbraucherInnen. Effektiver Zinssatz und Gesamtbelastung inklusive aller anfallenden Kosten müssen bei Teilzahlung auf der Homepage und in den Werbeinseraten der jeweiligen Unternehmen angegeben sein.

Teilzahlungen sind erst ab einem bestimmten Kaufpreis möglich. Laut Gesetz muss ab einem Kaufpreis von 220 Euro eine Anzahlung von mindestens 20 Prozent geleistet werden, bei weniger zehn Prozent. Nach der Anzahlung muss es mindestens noch zwei Teilzahlungen geben, die Laufzeit darf nicht länger als fünf Jahre sein.

Mangelhafte Informationen

Der AK Test zeigt: Die Informationen auf den Homepages sind mangelhaft. Nur drei (Möbel Ludwig, Heine und Otto) von 16 Anbietern geben auf ihrer Homepage den nominellen Zinssatz an. Den Effektivzinssatz nennen immerhin vier Versandhäuser (Heine, Otto, Quelle, Universal Versand) und drei Möbelhäuser (XXXLutz, Möbelix, Mömax).

Ein Produkt um 1.990 Euro Kaufpreis kann im schlimmsten Fall beim Kauf auf Pump letztendlich knappe 2.667 Euro kosten bei einer Laufzeit von 48 Monaten.

So zeigt sich, dass Möbelhäuser und Elektrofachmärkte teils hohe Bearbeitungsgebühren (bis zu 5,688 Prozent - Cosmos, Niedermeyer, bis zu 4,31 Prozent bei Ikea) und Kontoführungsgebühren bis zu zwei Euro im Monat verrechnen. Die befragten Versandhäuser verlangen keine Bearbeitungs- oder Kontoführungsgebühr. Achtung bei Angeboten mit Null-Prozent oder niedrigen Zinssätzen - hier gibt es beachtliche Bearbeitungsgebühren, und so kommt auch eine hohe Gesamtbelastung zusammen. Daher gilt: Immer genau fragen, was alles im Zinssatz oder in der Rate enthalten ist.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Auftrag der AK im Oktober die Konditionen für Teilzahlung bei vier Elektrofachmärkten, fünf Versandhäusern und sieben Möbelhäusern erhoben. Die Daten stammen von den jeweiligen Homepages oder Werbefoldern und wurden zusätzlich per Fragenbogen in den Firmen erhoben.

 

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