Zurich mit Gewinneinbruch

13. November 2008, 09:26
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Aktienrückkauf gestoppt - Ziele dennoch bestätigt - Kostensenkungsprogramm verschärft - Weiterhin Zukäufe denkbar

Zürich  - Der Reingewinn des Versicherungskonzerns Zurich Financial Services (ZFS) ist in den ersten neun Monaten des Jahres um rund ein Drittel auf 2,8 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) gesunken. Der erwirtschaftete Betriebsgewinn (BOP) betrug 4,2 Mrd. Dollar und fiel damit 15 Prozent tiefer aus als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag früh mitteilte. Ein laufendes Kostensenkungsprogramm wird verschärft.

Der Schweizer Versicherer hat nach dem kräftigen Gewinnrückgang seinen Aktienrückkauf eingestellt. Dies geschehe "in Anbetracht der aktuellen Volatilität an den Märkten." Eigentlich wollte ZFS Anteilsscheine im Gesamtwert von 2,2 Mrd. Schweizer Franken (1,48 Mrd. Euro) zurückkaufen, sieht infolge der Krise jedoch sein Eigenkapital schrumpfen. An seinem Gewinnziel hält ZFS indes fest. Das Management strebt mittelfristig weiterhin eine operative Eigenkapitalrendite von 16 Prozent an, die im dritten Quartal sogar übertroffen wurde.

Weiteres Wachstum

Zugleich will das Unternehmen weiter wachsen, aus eigener Kraft und über Zukäufe. Der Versicherer sei für die Zukunft gut positioniert auf der Basis einer "angemessenen Liquidität und einer komfortablen Solvenzposition", hieß es. Die Solvabilitätsquote lag Ende Oktober bei 159 Prozent. Mit dem Kostensenkungsprogramm "The Zurich Way" will ZFS von 2009 bis 2011 jährlich nun 900 Mio. Dollar oder insgesamt 2,7 Mrd. Dollar einsparen. Dies seien 200 Mio. Dollar mehr als bisher angestrebt, hieß es.

In den ersten neun Monaten 2008 verdiente ZFS 2,834 Mrd. Dollar, 32 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt mit 2,854 Mrd. Dollar gerechnet. Neben Kapitalverlusten von 1,1 Mrd. Dollar infolge der Finanzmarktkrise drückten die Folgen der Wirbelstürme "Gustav" und "Ike" mit 595 Mio. Dollar auf das Ergebnis.

Der operative Gewinn sank um 15 Prozent auf 4,185 Mrd. Dollar und verfehlte damit die durchschnittliche Analystenprognose von 4,642 Mrd. Dollar.

Den Stopp des Aktienrückkaufprogramms begründete ZFS mit den Währungseffekten seit Jahresmitte. Diese hätten "maßgeblich" zur Verminderung des den Aktionären zurechenbaren Eigenkapitals im dritten Quartal beigetragen. Das Unternehmen, das in US-Dollar bilanziert, verbuchte von Juli bis September in dieser Währung einen Eigenkapitalrückgang um 11 Prozent. Während der ersten neun Monate belief sich das Minus auf 17 Prozent. In Schweizer Franken habe der Rückgang im dritten Quartal indes nur ein Prozent betragen, hieß es. (APA/sda/dpa-AFX)

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