AMD liefert erste Server-Prozesoren "Shanghai" aus

13. November 2008, 09:16
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Bei einer um 35 Prozent höheren Leistung verbraucht der Chip bis zu 35 Prozent weniger Strom im Ruhemodus

Der amerikanische Chiphersteller AMD hat die Auslieferung seines neuen Server-Prozessors "Shanghai" in großen Stückzahlen wie in der Branche erwartet am Donnerstag gestartet. Als größter Kunde in Europa wird der Internet-Provider Strato AG die neuen Vier-Kerne-Chips in seinem Rechenzentrum in Berlin einsetzen.

25 Server-Systeme

Bis Ende des Jahres stünden Unternehmenskunden rund 25 Server-Systeme der verschiedenen Hersteller mit dem neuen, besonders energie-effizienten Prozessor zur Auswahl, sagte Emilio Ghilardi, Europa-Chef von AMD, in Berlin. Im Vergleich zu seinem Vorgänger "Barcelona" soll "Shanghai" noch einmal deutlich weniger Strom für den Betrieb benötigen. "Shanghai ist sowohl in seinem Energiebedarf, seinem Preis als auch der Performance der bisher beste Prozessor der x86er Generation", sagte Ghilardi. Bei einer um 35 Prozent höheren Leistung verbraucht der Chip weit weniger Energie - bis zu 35 Prozent weniger im Ruhemodus. Für die Strato AG als Betreiber eines großen Rechenzentrums für den Umschlag des Internet-Verkehrs sei die Energieeffizienz eine der wichtigsten Gründe für den Einsatz von Shanghai gewesen, sagte Strato-Chef Damian Schmidt.

40 Terawatt Strom pro Stunde

Nach Angaben von IDC-Analyst Thomas Meyer verbrauchten Datenzentren allein in Westeuropa im Jahr 2007 rund 40 Terawatt Strom pro Stunde, Tendenz steigend. Shanghai ist der erste Prozessor, den AMD in der sogenannten 45-Nanometer-Technologie fertigt. Dank immer kleinerer Linienstärken, mit denen die logischen Strukturen auf die Chips aufgebracht werden, können die Hersteller immer kleinere und leistungsfähigere Prozessoren in immer größeren Stückzahlen pro Durchgang produzieren. Die eigene Fertigung von Mikroprozessoren gliedert AMD allerdings derzeit in ein neues Unternehmen aus, an dem das Emirat Abu Dhabi die Mehrheit hält. Mit einer Finanzspritze des neuen Partners soll der Fertigungsstandort in Dresden weiter ausgebaut werden. AMD will sich künftig auf die Entwicklung und das Design von Chip-Architekturen konzentrieren.

Großer Hoffnungsträger

Der neue Server-Chip "Shanghai" ist ein großer Hoffnungsträger für das Unternehmen, das zuletzt immer wieder rote Zahlen schrieb. Vor einigen Jahren hatte es das Unternehmen schon einmal mit einem Server-Chip der Opteron-Reihe gegenüber seinem großen Rivalen Intel geschafft, im Markt für Unternehmens-Server signifikant Marktanteile zu gewinnen. Zuletzt sollte dies auch mit dem "Shanghai"-Vorgänger "Barcelona" gelingen. Doch massive technische Probleme, wiederholte Verzögerungen des Marktstarts sowie Lieferprobleme hatten die Pläne zunächst durchkreuzt. (APA/dpa)

 

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