Porsche bietet Garantie zum Erhalt von VW-Werken an

13. November 2008, 07:14
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Firmenchef Wiedeking : "Kein Werk gegen den Willen der Arbeitnehmer schließen"

Berlin - Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat einem Zeitungsbericht zufolge in einem Brief an Bundestagsabgeordnete eine Garantie zum Erhalt der VW-Werke in Aussicht gestellt. "Porsche wird nach der Übernahme von VW kein Werk gegen den Willen der Arbeitnehmer schließen. Dazu werden wir uns auch vertraglich verpflichten", zitiert die "Braunschweiger Zeitung" (Donnerstagsausgabe) aus dem Brief Wiedekings. "Porsche ist keine Heuschrecke". Es wird erwartet, dass der Bundestag am Donnerstag einer Novelle des VW-Gesetzes zustimmt, die Wiedeking scharf kritisiert.

Der Sonderstatus, den VW durch das Gesetz erhalte, sei "ordnungspolitisch und europapolitisch höchst problematisch", schrieb Wiedeking dem Blatt zufolge in dem zweiseitigen, vom Dienstag datierten Brief. "Es gibt keinen sachlichen Grund, warum die VW AG weitergehende Regelungen erhalten sollte als beispielsweise Daimler, BMW oder Siemens." Porsche fordert die Abschaffung des VW-Gesetzes. Nur wenn die Sperrminorität von 20 auf 25 Prozent angehoben würde, hätte der Sportwagenbauer die Chance, einen Beherrschungsvertrag durchzusetzen. Dann hätte das Porsche-Management vollen Durchgriff bei Volkswagen.

Die EU-Kommission droht im Streit um das VW-Gesetz mit einem schärferen Vorgehen gegen die Bundesregierung und neuen Sanktionen. "Wir werden die zweite Stufe des Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland noch vor Weihnachten einleiten", sagte EU-Binnenkommissar Charlie McCreevy dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) laut Vorabbericht. Die Kommission könne dem Bericht zufolge bereits in zwei Monaten erneut Klage gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) einreichen. (APA/Reuters)

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