Pjöngjang verweigert erneut Prüfung seiner Atomanlagen

13. November 2008, 08:18
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Regime spricht von "Verletzung der Souveränität" und von "Hausdurchsuchung"

Seoul - Im Streit um das Atomwaffenprogramm Nordkoreas zeichnen sich neue Probleme bei der vereinbarten Überprüfung der umstrittenen Nuklearanlagen in dem kommunistischen Land ab. Das südkoreanische Außenministerium äußerte am späten Mittwochabend (Ortszeit) sein Bedauern über eine Ankündigung Nordkoreas, internationalen Inspekteuren die Entnahme von Proben an den Atomanlagen zu verweigern. Die Probeentnahme sei ein Kernelement des Überprüfungsverfahrens, sagte Südkoreas Außenminister Yu Myung Hwan am Donnerstag bei einem Seminar in Seoul.

"Verletzung der Souveränität"

In einer Erklärung hatte zuvor das Außenministerium in Pjöngjang Angaben von US-Regierungsbeamten widersprochen, jemals Probenahmen zugestimmt zu haben. Eine Vereinbarung mit den USA sehe lediglich den Zugang von Atominspekteuren zum nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon, die Einsicht in Dokumente und Befragungen von Technikern vor. Die Entnahme von Proben dagegen stelle eine "Verletzung der Souveränität" dar und käme einer "Hausdurchsuchung" gleich.

Nordkorea hatte sich im Oktober zu einer strikten Überprüfung seiner Atomanlagen bereiterklärt und war im Gegenzug von der US-Liste der "Schurkenstaaten" genommen worden. Zu der Vereinbarung gehörte nach amerikanischen Angaben auch die Entnahme von Proben. Die Einigung wurde demnach in engen Konsultationen mit den Teilnehmern der Sechs-Staaten-Gespräche über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms getroffen.

Die Vereinbarung hatte den Weg zur Wiederaufnahme der zuvor ausgesetzten Arbeiten zur Stilllegung der nordkoreanischen Atomanlagen freigemacht. Zur Sechserrunde gehören neben den USA und Nordkorea noch Südkorea, China, Russland und Japan. (APA/dpa)

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    Satellitenaufnahme des Nuklearzentrums Yongbyon nördlich der Hauptstadt Pjöngjang. Die Nordkoreanische Regierung verweigert internationalen Inspekteuren erneut die Entnahme von Proben aus seinen Atomanlagen.

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