Post-Chef Wais sieht Aufregung als Chance

12. November 2008, 22:55
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Politiker wüssten nun, dass die Öffnung des Marktes große Veränderungen für Post bedeutet

Wien - Anton Wais, Vorstandschef der Post, ist über die öffentlichen Diskussionen der vergangenen Tage auch froh, weil diese ihm Gelegenheit gegeben haben, bei den Politikern für eine Postmarktordnung nach der Voll-Liberalisierung ab 2011 zu werben: "Die Hektik und Auseinandersetzungen haben zu etwas geführt, was vielleicht nicht schlecht ist, dass heute jeder Politiker weiß, dass die Öffnung des Marktes große Veränderungen für die österreichische Post bedeutet", sagte Wais am Mittwochabend in der ZiB2" des ORF.

Planzahlen waren "Rechenmodelle"

Am vergangenen Wochenende durchgesickerte Planzahlen, die zuletzt Gewerkschafter und Politiker in Rage versetzt hatten, seien nichts weiter als Rechenmodelle aus einer Aufsichtsratsklausur im Sommer, sagte Wais.

Schon seit vergangenem Februar habe die Post die Politiker inklusive des zuständigen Ministers darauf hingewiesen, dass sie rasch rechtliche Rahmenbedingungen für die Zeit nach dem Fall des Monopols benötige und "durch die große Diskussion ist man jetzt draufgekommen, man muss etwas unternehmen". Die Post selbst habe jedenfalls die kolportierten Zahlen "nicht herausgegeben".

Der Aufsichtsrat habe heute den Ausbau alternativer Betreibermodelle im Filialnetz sowie die Erhöhung des Anteils privater Zusteller bei Briefen und Paketen beschlossen, sagte Wais. Dies könne auch den Post-Kunden etwas bringen - kleine Postpartner am Land sperrten zum Beispiel, oft früher auf als ein herkömmliches Postamt. (APA)

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