Betriebsversammlung der "OÖ Rund­schau" beschloss Forderungspaket

12. November 2008, 22:20
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Angebot für Sozialplan soll bis Freitag vorliegen - Schriftliches Konzept über die geplante Neuausrichtung des Unternehmens verlangt - Erboste Teilnehmer

Eine Betriebsversammlung der "Oberösterreichischen Rundschau" hat im Zusammenhang mit den geplanten Umstrukturierungen eine Resolution mit Forderungen an die Unternehmensleitung beschlossen. Unter anderem wird ein Angebot für einen akzeptablen Sozialplan bis Freitag verlangt, berichteten Vertreter der Journalistengewerkschaft Mittwochabend von der Versammlung, zu der rund 200 Mitarbeiter gekommen sein sollen.

Erboste Teilnehmer

Sie sei länger als erwartet und sehr emotional verlaufen. Die Teilnehmer seien erbost gewesen, schilderten die Gewerkschafter. In der einstimmig beschlossenen Resolution wird ein schriftliches Konzept über die geplante Neuausrichtung des Unternehmens verlangt. Weiters wird die Frage gestellt, wer die Ansprechpartner beziehungsweise die tatsächlichen Gesellschafter seien. Zudem wird die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über einen Sozialplan verlangt. Dessen bisherige Dotation in der Höhe von 500.000 Euro für 110 Mitarbeiter, die ihren Job verlieren sollen - wird als zu gering abgelehnt, gefordert werden zwei Mio. Euro. Die Betroffenen seien nicht bereit, die angekündigten Veränderungen alleine auszubaden, hieß es in der Resolution. Man behalte sich Kampfmaßnahmen vor.

Gewerkschaft Arbeiterkammer, AMS, Arbeitsstiftung dabei

Zu der Betriebsversammlung waren Fachleute der Gewerkschaft, der Arbeiterkammer, des AMS und der Arbeitsstiftung beigezogen worden, die rechtliche Fragen der "Rundschau"-Mitarbeiter beantworteten. Unter anderem ging es darum, dass diese weiterhin nach dem Kollektivvertrag für Journalisten bezahlt werden und mehr Zeit zur Beurteilung der ihnen angebotenen neuen Arbeitsverträge haben wollen.

Der oberösterreichische Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl von der ÖVP, hat in einer Presseaussendung den Mitarbeitern der "Oberösterreichischen Rundschau", die aufgrund der vom Unternehmen angekündigten radikalen Umstrukturierung ihren Arbeitsplatz verlieren beziehungsweise vor einer beruflichen Veränderung stehen, volle Unterstützung angekündigt. Den Betroffenen solle wie auch bei anderen Unternehmen mit allen verfügbaren Maßnahmen - von der Stiftung bis zu Aus- und Weiterqualifizierungsförderung - geholfen werden.

Übernahme durch Moser Holding, Personalabbau

Wie berichtet wird die "Oberösterreichische Rundschau" ganz durch die Tiroler Moser Holding übernommen und umstrukturiert. Ab Jänner 2009 soll es jeweils am Donnerstag und am Sonntag zwei neue, voneinander unabhängig auftretende Kleinformat-Produkte geben, die beide kostenlos sein werden. Mit der Umstrukturierung ist ein Personalabbau verbunden. Die Gewerkschaft verlangt von den bisherigen "Rundschau"-Miteigentümern, der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich sowie der Landes-ÖVP, auf den neuen Eigentümer einzuwirken, damit die Zahl der Kündigungen zumindest verringert wird, beziehungsweise, dass sie Geld nachschießen, das den gekündigten Mitarbeiter zugute kommen soll. (APA)

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