Innsbrucker Embryonen-Fund könnte unaufgeklärt bleiben

13. November 2008, 19:43
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Konservierung kann DNA zerstören

Innsbruck - Nach dem Tod einer 68-jährigen Innsbruckerin in der Klinik wurde der Fall letzte Woche Polizei und Justiz übergeben: Der Lebensgefährte der Verstorbenen hatte die Behörden verständigt, nachdem er beim Ausräumen der Wohnung vier Babyföten aus der 10. bis 16. Schwangerschaftswoche in Gläsern gefunden hatte.

Ob ein strafrechtlicher Tatbestand vorliege, ist noch nicht klar, so die Polizei. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen "unbekannte Täter".

Bereits Anfang der Woche wurde die morphologische Prüfung, also die Untersuchung mit "freiem Auge" der vier Föten, auf der Gerichtsmedizin abgeschlossen. Donnerstagmittag kam der Auftrag der Staatsanwaltschaft für eine molekulargenetische Untersuchung, also einen DNA-Abgleich, zwischen der Verstorbenen als möglicher Mutter und den Embryonen. Dieser DNA-Abgleich dürfte sich allerdings als schwierig erweisen, so der Direktor der Gerichtsmedizin, Richard Scheithauer: Die Konservierungsflüssigkeit erhalte zwar das Erscheinungsbild eines Präparates, zerstöre aber DNA-Material.

Weiters sei noch nicht klar, wie lange die Embryonen in der Flüssigkeit gelegen seien. Zum Teil sei diese in den Behältern bereits vertrocknet. Ob es sich bei den sichergestellten Föten um wissenschaftliche Präparate handelt, sei ebenfalls noch unklar. Es sei aber nicht üblich, auf "legalem Weg" an "Präparate dieser Art" zu kommen, so Scheithauer. Dazu müssten Genehmigungen eingeholt werden, von Angehören, der Landessanitätsdirektion oder der Justiz. Das Ergebnis eines DNA-Abgleichs zwischen der Verstorbenen und den Embryonen stellt Richard Scheithauer frühestens Ende kommender Woche in Aussicht, "eher aber später". (Verena Langegger, DER STANDARD - Printausgabe, 14. November 2008)

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