Luxus wandert in bester Gesellschaft

12. November 2008, 18:05
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Dienstagabend war in der Wiener City ziemlich viel Geld im Spiel. Wienerisches ebenso wie russisches - Cartier, Philip Plein und die Vorfeier der Luxusmesse machten Wiens Society Beine

Wien - Sie sei, erklärte Kira Stachowitsch, enttäuscht. Schließlich hatte sich die Chefredakteurin des Indie Magazines (ein Wiener Modeheft; Anm.) extra "russisch" aufgebrezelt - und war mit Pelzmütze und dazupassendem Strickkleidchen zu Cartier gekommen. Aber - ach - außer zwei Journalisten und einem (studentischen) Catering-Mitarbeiter erkannte niemand die Pointe. Stachowitsch seufzte: "Je mehr Geld im Spiel ist, umso eher stößt man in eine humor- und ironiefreie Zone vor."

Shopping-Wanderung

Und Dienstagabend war in der Wiener City ziemlich viel Geld im Spiel. Wienerisches ebenso wie russisches. Auch an der ersten Adresse der Shopping-Wanderung, die das Wiener Society-Publikum da zu bewältigen hatte: Dass Weihnachten naht, weiß schließlich auch der Kohlmarkt.
Daher glänzten nicht nur die Preziosen in der frisch dem globalen Cartier-Shopdesign (mehr am Freitag im RONDO) angepassten "Boutique", die "Boutique-Manager" Clemens Ritter von Wagner da gemeinsam mit Cartiers Nordeuropa-Chefin Patricija Gandji handverlesenen Gästen (etwa der Sopranistin Elina Garanèa) zeigte. Doch da es etwas steif zuging, zog der Tross weiter.

Bekannt seit Heidi Klums "Germany's Next Topmodel"

Schließlich hatten Manuela und Ernst Fischer am Bauernmarkt zur Eröffnung ihres Philip-Plein-Geschoßes in "Fisher's Focus" geladen. Der Designer ist spätestens seit Heidi Klums "Germany's Next Topmodel" einem breiteren TV-Publikum bekannt. Der finanzkräftigere Teil davon kann sich Plein auch leisten.

Luxus-, Halbwelt- und Untergrundsymbolik

Der Designer selbst kam spät - und bekam gerade noch mit, wie Jean Paul Gaultiers Tätowierer Claus Fuhrmann die Geigerin Lidia Baich verzierte. Einigen jungen (russisch sprechenden) Damen war das aber zu viel Verweis auf Pleins Thema - die Verbindung von Luxus-, Halbwelt- und Untergrundsymbolik.

Schau in der Hofburg ist ausverkauft

Ein bisserl weiter, im "k47" über dem Kai, rümpfte man die Nase: "Das ist Mode für Geld-Prolos", höhnte ein junger Herr von altem Geld. Und fühlte sich besser. Schließlich hatte Reinhard Krispel zehn Tage vor dem Opening seiner dritten "Luxury, please" zur Vor-Party geladen. Wichtige Kunden und Aussteller gratulierten dem Luxus-Messe-Macher - und feierten: Die dreitägige Schau in der Hofburg ist de facto ausverkauft.
Sicher: Nicht jeder der 20.000 Besucher wird dort Jacht, Diadem oder ähnlich Wichtiges kaufen. Aber man muss kommen, um zu sehen. Oder um am richtigen Ort im richtigen Umfeld gesehen werden.

Wobei Dienstagnacht offenkundig wurde, dass der Ort allein zu wenig ist: Thema des Abends war die für Donnerstag angekündigte Eröffnung eines neuen Edel-Clubs unter der Lutz-Bar auf der Mariahilfer Straße. Ein paar Vips trumpften auf: Die erste Party steige schon jetzt, Dienstagnacht. Die Donnerstagsparty sei aber "eh ok" - wenn man es nicht besser wisse. (Thomas Rottenberg/ DER STANDARD Printausgabe 13.11.2008)

  •  "Pimpten" die Plein-Eröffnung auf: Sänger Louie Austen mit einem falschen Elvis
    foto: kochpr/tischler

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