Einzigartiges Innsbrucker Riesenrundgemälde: Ost-West-Rechtsstreit

12. November 2008, 17:50
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Tiroler Landeshauptmann erwartet ein Ja zur Übersiedlung ins neue Bergisel-Museum, Ministerium will prüfen - Fachleute gegen eine Übersiedlung des Gemäldes

Innsbruck - Ob der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) abseits der dienstäglichen Regierungssitzung wirklich sinngemäß gesagt habe, dass Kulturministerin Claudia Schmied die Übersiedlung des Riesenrundgemäldes ins neue Bergisel-Museum als zweite Instanz sicher genehmigen werde, will die zuständige Landesrätin Beate Palfrader (ÖVP) nicht kommentieren. Soweit ihr bekannt sei, sei die Aussage so nicht getätigt worden. Laut einer Meldung der Austria Presseagentur „versprühte" Platter am Dienstag aber "Optimismus" und verkündete, er habe "das Wort der Ministerin", dass es in zweiter Instanz einen positiven Bescheid zur Übersiedlung des Riesenrundgemäldes gebe.

Palfrader selbst bereitet jedenfalls bis Ende der Woche mit ihren Juristen die Berufung gegen den Negativbescheid des Bundesdenkmalamtes vor, "wie es in einem Rechtsstaat üblich ist". Vom Ministerium erwarte sie eine "genaue Prüfung", immerhin sei Ministerin Claudia Schmied (SP) der Fall bekannt. Schmieds Sprecher Nikolaus Pelinka gab bekannt, dass das Verfahren "völlig offen" sei. Palfrader ist immer noch zuversichtlich, die Gutachten des Bundesdenkmalamtes entkräften zu können. Sie hoffe, dass der - positive - Bescheid für die Übersiedlung des Gemäldes noch heuer erfolgt.

Die Bagger für den Museumsneubau zum Gedenkjahr 2009 stünden bereit: "Wir warten mit dem Baubeginn nur mehr auf die Entscheidung aus Wien", so Palfrader,
Mittlerweile haben sich mehrere Gutachter, darunter internationale Panorama-Fachleute gegen eine Trennung des Riesenrundgemäldes und seiner Rotunde im Saggen ausgesprochen. Sie befürchten einen Qualitätsverlust durch einen Abtransport des Bildes. (Verena Langegger/ DER STANDARD Printausgabe 13.11.2008)

 

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