Abbau der Atomanlagen verlangsamt

12. November 2008, 17:19
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Pjöngjang beklagt sich über verzögerte Hilfslieferungen

Seoul - Nordkorea hat nach eigenen Angaben die Arbeiten zur Stilllegung seiner Anlagen im umstrittenen Atomkomplex Yongbyon verlangsamt, weil die vereinbarten Wirtschaftshilfen nicht rechtzeitig eintreffen. Maßnahmen seien ergriffen worden, um das Tempo um die Hälfte zu drosseln, mit dem verbrauchte Kernbrennstäbe entfernt würden, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Die Maßnahme stehe im Einklang mit dem Prinzip "Aktion für Aktion", wurde ein Ministeriumssprecher von der offiziellen Nachrichtenagentur KCNA zitiert.

Die wirtschaftlichen Ausgleichsleistungen, die von den fünf anderen Ländern der Sechs-Parteien-Gespräche über den Abbau seines Nuklearprogramms versprochen worden seien, würden sich verspäten. Sollten sich Lieferungen weiter verzögern, würden sich auch die Stilllegungsarbeiten entsprechend verlangsamen.

Nordkorea hatte im vergangenen Monat die Arbeiten fortgesetzt, mit denen seine Atomanlagen unbrauchbar gemacht werden sollen, nachdem die USA wie vereinbart das kommunistische Land von ihrer Liste der Terrorismus-Unterstützerstaaten genommen hatten. Die Arbeiten hatte Nordkorea zuvor ausgesetzt, weil es noch auf der Schwarzen Liste gestanden hatte. Nordkorea hatte sich im Rahmen der Sechser-Gespräche zum Verzicht auf sein militärisches Atomprogramm verpflichtet. Im Gegenzug hatten die fünf anderen beteiligten Staaten - das sind die USA, Südkorea, China, Japan und Russland - Pjöngjang umfangreiche Energielieferungen und Wirtschaftshilfen zugesagt. (APA/dpa)

 

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