Prammer: "Ohne Wissen um die Geschichte gibt es kein Demokratiebewusstsein"

12. November 2008, 16:18
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Gusenbauer spannt Bogen von den Folgen der einstigen Weltwirtschaftskrise zur Gegenwart: "Die Zweite Republik hat sich fähig gezeigt, aus der Geschichte zu lernen"

Wien - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hat den Jahrestag der Republiksgründung genützt, um historische Bildung einzumahnen. "Ohne Wissen um die Geschichte gibt es kein Demokratiebewusstsein", sagte sie bei der feierlichen Eröffnung der "Republik-Ausstellung" im Parlament am Mittwoch. Auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer appellierten, aus der Geschichte Österreichs zu lernen.

Prammer kritisierte abermals die noch zu geringe Frauenquote im Hohen Haus. Zwar sei die Anzahl seit der Einführung des Frauenwahlrechts kontinuierlich gestiegen, aber: "Ich möchte nicht noch einmal so lange warten, um mit gleicher Beteiligung von Männern und Frauen im Parlament rechnen zu können." Die Nationalratspräsidentin bezeichnete im Hinblick auf die Ausstellung das Parlament als den "symbolischsten Ort für unsere Geschichte".

Probleme der Gegenwart

Nach einem ausgiebigen Referat über die ersten Jahre der Republik spannte Gusenbauer den Bogen zur derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise. Eine solche habe es schon einmal gegeben, Folge in Europa sei die "Beseitigung der Demokratie" gewesen. Dies werde diesmal allerdings nicht geschehen, beruhigte der Kanzler: "Die Zweite Republik hat sich fähig gezeigt, aus der Geschichte zu lernen."

Eine "schonungslose, nüchterne und zukunftsorientierte Bilanz" will Molterer durch die Ausstellung 90 Jahre nach der Republiksgründung ziehen. Damals habe niemand an Österreich geglaubt, was in Wahrheit "der Kern des Scheiterns" gewesen sei. Der Vizekanzler appellierte an das Selbstbewusstsein der Österreicher und legte ein Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft ab. Die Ausstellung selbst öffne auch das Tor zum lange geplanten Haus der Geschichte. (APA)

 

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