Auer von Welsbach von Staatsanwaltschaft einvernommen

12. November 2008, 15:52
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Anlegeranwalt brachte einem Zeitungsbericht zufolge weitere Anzeige gegen AvW-Chefs ein

Wien - Der Druck auf AvW-Chef Wolfgang Auer von Welsbach erhöht sich. Heute, Mittwoch, wird der Boss der schwer ins Schleudern gekommenen Kärntner Beteiligungsgesellschaft erstmals von der Klagenfurter Staatsanwaltschaft einvernommen. "Er wurde mit dem heutigen Tage inhaltlich im Ermittlungsakt erfasst", bestätigte ein Behördensprecher. Die Ermittlungen in der Causa werden mittlerweile nicht nur gegen den von der AvW angezeigten Ex-Prokuristen, sondern gegen mehrere Beschuldigte geführt - auch gegen alle Vorstandsmitglieder.

Auch die Anleger haben sich nun auf den AvW-Vorstand und -Aufsichtsrat eingeschossen, wie das "WirtschaftsBlatt" am Mittwoch berichtete. Erich Holzinger, Rechtsvertreter mehrerer Investoren, die rund 8 Mio. Euro bei der Gruppe veranlagt haben, hat eine Sachverhaltsdarstellung bei der Klagenfurter Staatsanwaltschaft eingebracht. Darin werde bei der Anklagebehörde beantragt, zu untersuchen, "ob strafrechtliche Tatbestände bei den Vorständen der AvW Gruppe AG, der AvW Invest AG und den Aufsichtsräten beider Gesellschaften sowie anderen involvierten Personen vorliegen", schreibt die Zeitung.

Die Staatsanwaltschaft werde aufgefordert, weitere Schäden für die Anleger zu verhindern - "vor allem durch die Verhinderung einer Verschleuderung von Beteiligungen" der AvW Gruppe, heißt es in dem Bericht. Zusätzlich haben sich Anleger als Privatbeteiligte dem anhängigen Strafverfahren angeschlossen. Die AvW Gruppe hat den Rückkauf von ihren Genussscheinen aufgrund eines "Liquiditätsengpasses", der angeblich durch unautorisierte Transaktionen des Ex-Prokuristen entstanden sein soll, vorerst eingestellt. Etwa 12.000 Anleger sind betroffen.

"Extreme Kurspflege"

Außerdem orten die Investoren laut "WirtschaftsBlatt" den Verdacht einer "extremen Kurspflege" beim Handel der AvW-Genussscheine an der Frankfurter Börse. Schon im Oktober hatten Anleger bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin diesbezügliche Bedenken gemeldet, woraufhin die Aufsichtsbehörde eine Überprüfung startete. Die sogenannte routinemäßige Analyse, in der nach Anhaltspunkten für Insiderhandel und Marktmanipulation gesucht wird, sei noch nicht abgeschlossen, sagte Sprecherin Anja Engelland am Mittwoch.

Im Gange ist sind auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien gegen den Halbbruder des in U-Haft sitzenden Ex-AvW-Prokuristen, Ronald Laszlo, wegen Verdachts auf Verletzung des Amtsgeheimnisses und Urkundenunterdrückung. Laszlo, der ehemalige Bankenrevisionsleiter der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), wurde am 31. Oktober von der Innenrevision der Notenbank angezeigt. Er soll geheime OeNB-Prüfberichte auf dem Computer seines Halbbruders hinterlassen haben. (APA)

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