CO2-"Düngung" verstärkt Bildung ozeanischer Todeszonen

12. November 2008, 14:43
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Deutsche Forscher rechnen mit Ausbreitung um bis zu 50 Prozent bis zum Ende dieses Jahrhunderts

Kiel - Die Zahl der sogenannten "Todeszonen" in den Ozeanen  - also Gebieten mit so stark vermindertem Sauerstoffgehalt, dass zahlreiche höherentwickelte Lebewesen dort nicht mehr existieren können - ist in den vergangenen Jahren beständig gestiegen. Nach einer im August veröffentlichten Untersuchung gibt es inzwischen mehr als 400 dieser lebensfeindlichen Meeresgebiete, die zusammen eine Fläche von mehr als 245.000 Quadratkilometern haben - etwa die dreifache Größe Österreichs. Und sie dürfte noch deutlich anwachsen, wenn der Mensch weiter ungedrosselt Treibhausgase in die Atmosphäre bläst.

Zu diesem Schluss kommt eine Modellrechnung Kieler Forscher um Andreas Oschlies vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). "Unsere Untersuchungen zeigen eine Ausbreitung der Zonen mit sauerstoffarmem Wasser um bis zu 50 Prozent bis zum Ende dieses Jahrhunderts", berichtete Oschlies, dessen Gruppe ihre Prognose im Fachjournal "Global Biogeochemical Cycles" (Bd. 22, S. GB4008) vorstellt.

Ursache ist der Studie zufolge ein "Düngereffekt" des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) an der Meeresoberfläche: Das CO2 bewirkt nämlich nicht nur eine zunehmende Versauerung der Meere, sondern wird auch vom Plankton vermehrt aufgenommen. Sinkt dieses nach seinem Absterben in die Tiefe, verbraucht ihr Abbau viel Sauerstoff. (APA/red)

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