Ski-Legende Schranz zum Abschlecken

12. November 2008, 14:19
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Die Post ehrt den Öster­reicher mit einer 65-Cent-Marke zur europaweiten Verwendung - Schranz: "Da tut der 70. Geburts­tag nicht mehr so weh"

Wien - Die Österreichische Post AG hat Ski-Legende Karl Schranz zu dessen bevorstehendem 70. Geburtstag mit einer Sonderbriefmarke geehrt. Seit 11. November 2008 ist eine 65-Cent-Marke mit dem Konterfei des Arlbergers zu kaufen, deren Erstauflage mit gleich 700.000 Stück festgelegt wurde. Der dreifache Ski-Weltmeister und zweifache Weltcup-Gesamtsieger Schranz wird am 18. November 70 Jahre alt.

"Ich glaube, dass diese Marke ein Renner wird. Denn Schranz ist ein Symbol für Österreich, für Skifahren, den Tourismus und auch ein Symbol dafür, dass man in so einem Alter noch so toll ausschauen kann", sagte Post-Generaldirektor Anton Wais in seiner Laudatio für den mit Familie - Gattin Evelyn sowie die drei Töchter Anna, Christiane und Kathi - nach Wien angereisten Tiroler. Die 65 Cent erklärte Wais damit, dass dies dem europaweiten Standardbrief entspräche und Schranz wäre nun einmal zumindest "europaweit" bekannt.

Auch Schranz fand an den 65 Cent Gutes. "Jetzt glauben sicher viele, dass ich erst 65 bin", ulkte der baldige Jubilar am Dienstagabend im mit Prominenz und Medien gut gefüllten Prominentenheurigen Fuhrgasslhuber in Wien-Neustift, wo zuvor der Journalist, Wegbegleiter und Buchautor Heinz Prüller ("Weißer Lorbeer - Die Karl Schranz-Story") die formale Laudatio gehalten hatte. "Bei so viel Ehre tut der 70er nicht mehr ganz so weh", meinte Schranz weiter, ging aber auch auf die aktuelle Situation der Post ein. "Wir haben die Post immer gebraucht. Und ich möchte auch, dass die Post weiterhin die Post bringt und wir sie nicht beim Apotheker holen müssen", sagte Schranz.

Tragisches Scheitern im Kampf um Olympiagold

Schranz hat in seiner langen Karriere an die 50 Ski-Klassiker, darunter mehrmals die Abfahrten in Kitzbühel und Wengen, gewonnen und war dreimal Weltmeister geworden. Der Skiweltcup war allerdings erst 1966/67 und damit im letzten Drittel seiner Karriere eingeführt worden, was die vergleichsweise "geringe" Zahl an Weltcupsiegen (11 laut Internationalem Skiverband FIS) für Schranz erklärt. Dennoch gewann der Ausnahmeskifahrer aus St. Anton am Arlberg zweimal (1968/69 und 1969/70) die Gesamtwertung.

Zur Legende gemacht hat Schranz aber das stete und teils tragische Scheitern im Kampf um Olympiagold sowie der Ausschluss von den Winterspielen 1972 in Sapporo, der eine neue Ära im Sport eingeläutet hat und nach dem der Tiroler am Wiener Ballhausplatz von 200.000 Menschen empfangen wurde. Schranz hatte Hauptanteil daran, dass 2001 die alpine Ski-WM in seinem Heimatort St. Anton am Arlberg stattfand. Dort veranstaltet die Gemeinde und der Tourismusverband am 21./22. November auch ein großes Fest für ihren Ehrenbürger-  (APA)

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