Seit 2002 wurden über 900 Postämter geschlossen

12. November 2008, 13:47
posten

Die aktuelle Diskussion um die Postämter-Schließungen und die angedrohten Streiks sind für die Post nicht neu

Wien - Die aktuelle Diskussion um die Postämter-Schließungen und die angedrohten Streiks sind für die Post nicht neu. Seit 2002 wurden österreichweit mehr als 900 Filialen geschlossen, begleitet wurden diese Maßnahmen immer von Protesten. Gestreikt wurde bisher aber noch nie. Die wichtigsten Ereignisse der Post seit der Jahrtausendwende im Überblick.

August 2001: Ankündigung, dass bis Mitte 2002 rund 700 der damals 2.300 Postämter geschlossen werden sollen. Die Post beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 31.000 Mitarbeiter.

Jänner 2002: Das Aus für 648 Postämter ist fix. Bis 1. Juli des Jahres müssen die Stellen für immer ihre Pforten schließen.

November 2004: Die zweite Schließungswelle wird angekündigt.

Dezember 2004: Proteste gegen das Schließen. In Kärnten kommt es zu Straßensperren.

Juli 2005: Bis zum Monatsende wurden 310 Postämter geschlossen.

Jänner 2006: Gewerkschaft wehrt sich gegen Börsegang und droht mit Streik, der allerdings nicht durchgeführt wird.

Mai 2006: Zeichnungsbeginn für Post-Aktie startet. Die Erstnotiz erfolgte am 31. Mai mit 19 Euro je Aktie, derzeit notiert sie bei 21 Euro.

August 2007: 19 Postämter werden geschlossen.

Dezember 2007: Weitere Personalabbaumaßnahmen werden beschlossen. 360 Mitarbeiter sollen 2008 gehen, 2009 dann 800. Der Abbau soll durch natürliche Fluktuation, "Golden Handshake" und Frühpensionierung erfolgen. Die Post beschäftigte zum Jahresende 25.764 Mitarbeiter.

November 2008: Medien spekulieren mit weiteren Schließungen, von 300 bis 1.000 betroffenen Postämtern ist die Rede.

11. November 2008: SPÖ-Chef und Verkehrsminister Werner Faymann stoppt die kolportierte Schließung. "Ich ziehe da jetzt per Verordnung die Notbremse und sage: Für die nächsten sechs Monate, gerechnet ab Jahresbeginn 2009, darf gar kein Postamt geschlossen werden."

12. November 2008: Postler drohen mit Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik. Auslöser ist das Strategiepapier der Post AG, das den Abbau von 9.000 Postlern bis 2015 vorsieht. (APA)

 

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