Burgenland: Wirbel um Kranz mit SS-Spruch

12. November 2008, 13:26
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Der Kranz wurde beim einer Gedenkveranstaltung des Kameradschaftsbundes (ÖKB) niedergelegt - Präsident Scheubrein distanziert sich und zeigte sich verärgert

Eisenstadt - Bei einer Gedenkveranstaltung des Österreichischen Kameradschaftsbundes (ÖKB) am Sonntag am Geschriebenstein wurde von Unbekannten auch ein Kranz der "Kameradschaft IV, Bezirksgruppe Südburgenland" abgelegt. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes stuft diese Gruppierung als "rechtsextrem" ein. Friedrich Scheubrein, Präsident des ÖKB Burgenland, bestätigte gegenüber der APA einen Bericht der BVZ heute, Mittwoch, und distanzierte sich von der Kameradschaft IV und dem Kranz.

Auf dem Kranz stand der abgeleitete SS-Wahlspruch "Seine Ehre hieß Treue". Scheubrein zeigte sich verärgert: "Der Kameradschaftsbund ist sozial tätig und versucht seit Jahren, von dem Image wegzukommen." Die Gruppe war weder eingeladen, noch sei sie Mitglied des ÖKB. Der Kranz soll heimlich in die Kapelle getragen worden sein. Die Veranstaltung wurde laut Scheubrein von etwa 400 Gästen besucht. Bei der Gedenkstätte gibt es auch eine Säule für die zivilen Opfer des Kriegs, erklärte er.

Burgenlands Grüne fordern eine restlose Aufklärung des Vorfalls. "Die Sicherheitspolizeidirektion muss sich einschalten und die Staatsanwaltschaft muss ermitteln", erklärte Landessprecher Josko Vlasich in einer Aussendung.

Bei der Polizeiinspektion Rechnitz liegt keine Anzeige zu dem Vorfall vor. Es werden Erhebungen durchgeführt und Kontakt zum Landesamt für Verfassungsschutz zur weiteren Vorgangsweise aufgenommen, hieß es auf Anfrage der APA. (APA)

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