Jersey: Es gab keine Morde im Kinderheim - Knochen von Tieren

12. November 2008, 12:24
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Der frühere Chefermittler war nach Knochenfunden im Keller des Heims davon ausgegangen, dass dort umgebracht wurden

London -Spektakuläre Wende bei den Ermittlungen in einem ehemaligen Kinderheim auf der britischen Kanalinsel Jersey: Nach neuen Erkenntnissen der Polizei sind dort keine Kinder umgebracht worden. Die Polizei führe keine Mordermittlungen, betonte der neue Leiter der Untersuchungen, David Warcup. Gleichzeitig entschuldigte er sich für falsche Informationen seines Vorgängers Lenny Harper.

Die im Keller gefundenen Knochen stammten von Tieren oder seien mehrere hundert Jahre alt, sagte Warcup. Außerdem gebe es keine Beweise für Folterräume im Keller des Gebäudes. Die Polizei wird jedoch den Berichten über Missbrauch und Folter seit den 60er Jahren weiter nachgehen, wie Warcup versicherte.

Gleichzeitig entschuldigte er sich für falsche Informationen seines Vorgängers Lenny Harper, der die mehr als 4 Millionen Pfund (4,9 Millionen Euro) teuren Ermittlungen bis zu seinem Ruhestand im August geleitet hatte. Dessen damaliger Chef, Graham Power, wurde am Mittwoch von seinen Pflichten entbunden. Nach ersten Knochenfunden im Keller war das ehemalige Kinderheim "Haut de la Garenne" weltweit schnell als Schauplatz brutaler Kindesmisshandlungen in die Schlagzeilen geraten.

Bis zu 150 frühere Heimbewohner berichteten von regelmäßigen Sex- und Saufgelagen der Heimangestellten, die Mädchen und Buben vergewaltigt, gefoltert, ausgepeitscht oder in kaltes Wasser getaucht hätten. Und als die Ermittler von fünf oder sechs Kindern sprachen, die im Keller umgebracht und deren Leichen zerstückelt worden sein könnten, nahmen die Behörden das ganze Heim und einen nahe gelegenen Bunker bis auf die Grundmauern unter die Lupe.

Die neuen Erkenntnisse sind für den früheren Chefermittler Harper ein Schlag ins Gesicht: Keine Morde, keine Folterkeller, kein Kind wurde umgebracht, zerstückelt oder verscharrt.(APA)

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    Nach ersten Knochenfunden im Keller war das ehemalige Kinderheim "Haut de la Garenne" weltweit als Schauplatz brutaler Kindesmisshandlungen in die Schlagzeilen geraten

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