Thomas Hampson zieht sich komplett aus Österreich zurück

12. November 2008, 12:04
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Der US-Bariton wird nur mehr einen Abend an der Staatsoper auftreten

Wien - US-Bariton Thomas Hampson zieht sich aus seiner bisherigen Wahlheimat Österreich zurück und wird - mit einer Ausnahme im Jahr 2010 - auch nicht mehr an der Wiener Staatsoper auftreten. "Meine Interessen liegen jetzt wieder stärker in Amerika. Ich gehe dorthin, wo ich meiner Berufung, der Kunst, am besten gerecht werden kann", erklärt der Sänger im Magazin "News". Mit Jahresende wird die seit 2005 bestehende Zuzugsbegünstigung zurückgelegt, die Hampsons Steuerangelegenheiten in Österreich regelte.

Hampsons Wohnung am Stadtrand von Wien wurde verkauft, das Büro in der Walfischgasse nahe der Wiener Staatsoper aufgelöst. Die dort ansässige Hampson-Stiftung übersiedelte nach New York und entwickelt dort laut Hampson mit der Library of Congress, der Manhatten School of Music und den New Yorker Philharmonikern Forschungsprojekte.  An der Staatsoper, wo noch von großen Projekten wie einer "Macbeth"-Premiere die Rede war, tritt er nur noch ein Mal auf: in einer "Parsifal"-Aufführung am letzten Juni-Tag des Jahres 2010, am Abschiedsabend Ioan Holenders.

Laut dem Bericht sei Hampson von "fortgesetzten Schikanen der österreichischen Justizbehörden" zu seinem Schritt bewogen worden. Der Sänger und seine Steuerangelegenheiten waren im Zuge des Verfahrens gegen seine Lebensgefährtin Andrea Herberstein zum Gegenstand von Ermittlungen geworden. 2003 und 2004 hatte Hampson seine Einkünfte in den USA versteuert, laut Ansicht der Behörden hätte er dies bereits in Österreich tun sollen. Vor kurzem wurde laut "News" in dieser Angelegenheit das Büro des Filmproduzenten Felix Breisach durchsucht, der ein Fernsehporträt Hampsons gestaltet hatte. (APA/red)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Thomas Hampson als Germont in 'La Traviata' Ende September an der Metropolitan Opera  in New York

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