Rapid-Sturm nicht mehr im Kader

12. November 2008, 14:16
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Maierhofer und Hoffer von Brückner nicht berücksichtigt - ÖFB-Aufgebot für Türkei-Spiel mit Neulingen Okotie, Gspurning - Leitgeb, Ibertsberger kehren zurück

Wien - Im Kader des Nationalteams für das Testspiel am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF1) im Wiener Happel-Stadion gegen die Türkei stehen zwei Neulinge. Teamchef Karel Brückner holte Austria-Stürmer Rubin Okotie und Xanthi-Goalie Michael Gspurning erstmals ins 19-Mann-Aufgebot.

Salzburg-Mittelfeldspieler Christoph Leitgeb kehrt nach überstandenen Knieproblemen ebenso wie Hoffenheim-Verteidiger Andreas Ibertsberger ins Team zurück, dafür fehlen im Vergleich zu den WM-Qualifikationspartien gegen die Färöer und Serbien neben dem verletzten Martin Harnik auch Jürgen Macho, Andreas Schranz, Ronald Gercaliu, Roman Kienast sowie das Rapid-Sturmduo Stefan Maierhofer und Erwin Hoffer. Ein Offensivspieler wird mit ziemlicher Sicherheit aber noch nachnominiert.

Okotie hätte Brückner am liebsten schon im Oktober geholt, den 21-Jährigen dann aber dem U21-Team für das EM-Play-off überlassen. "An ihm haben wir schon lange Interesse. Er hat auch im Derby gut gespielt und sich seine Nominierung verdient", erklärte der Teamchef. "Er kann lange Bälle nützen und ist gefährlich im Strafraum".

Neues System

Brückner will im letzten Länderspiel des Jahres "ein neues Spielsystem und neue Spielgrundsätze" ausprobieren, genauere Angaben dazu machte er aber nicht. Möglich scheint eine Variante mit einem klassischen Mittelstürmer (Janko oder Okotie) und einem auf die Seiten ausweichenden Angreifer (Arnautovic oder Stankovic bzw. Hoffer).

Von der Rückkehr von Leitgeb erwartet sich Brückner deutlich mehr Dynamik im Mittelfeld. Der Salzburger sei ein guter Fußballer, "er muss aber im Torabschluss besser werden." Brückners Überlegungen wurden allerdings von der Meldung über die neuerliche Verletzun von Ümit Korkmaz über den Haufen geworfen. Der Frankfurter sei laut Brückner auf der linken Seite im Vergleich zu Christian Fuchs "der bessere Kreativspieler."  Er hätte im Konzept des Teamchefs eine zentrale Rolle gespielt. "Von Rückkehrer Ümit Korkmaz erwarte ich mir viel. Er soll den neuen Stil symbolisieren. Mehr Tempo, mehr Kreativität, mehr Offensive, mehr Begeisterung," hatte Brückner gemeint. Es soll (noch) nicht sein.

Gelassen nach Ehrenberger-Kritik

In den zwei Tagen der Vorbereitung auf das Türkei-Match werden sich die Besprechungen nicht nur um sportliche Dinge drehen - laut Brückner-Assistent Jan Kocian Kocian wird auch die jüngste Kritik von Spielern an der Organisation der Abreise von den Färöern thematisiert. "Aber wir wollen das intern lösen", betonte der Slowake, der vom Rücktritt von ÖFB-Präsident Friedrich Stickler so wie seine Kollegen überrascht wurde. "Es ist klar, dass man sich jetzt Gedanken macht, wie es weitergehen soll, doch unsere erste Aufgabe ist es, die Mannschaft auf das Türkei-Match vorzubereiten."

Brückner gab sich trotz des Führungswechsels an der Verbandsspitze gelassen. "Das ist eine Frage der Verantwortlichen. Ich weiß sehr wenig über die Situation, habe aber ein Treffen mit Generalsekretär Alfred Ludwig nach dem Türkei-Match." Die Kritik von ÖFB-Interimschef Kurt Ehrenberger scheint ihn nicht zu stören. "Das ist normal und gehört zu meinem Beruf", erklärte Brückner schmunzelnd. (red/APA)

KADER des österreichischen Nationalteams für das Länderspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF1) im Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen die Türkei:

Tor: Michael Gspurning (Xanthi/0 Länderspiele), Alexander Manninger (Juventus/32/42 Gegentore)

Abwehr: György Garics (Atalanta/19/1 Tor), Andreas Ibertsberger (Hoffenheim/12/1), Emanuel Pogatetz (Middlesbrough/35/2), Sebastian Prödl (Werder Bremen/17/2), Joachim Standfest (Austria/33/2), Martin Stranzl (Spartak Moskau/53/3)

Mittelfeld: Rene Aufhauser (Salzburg/57/12), Christian Fuchs (Bochum/23/0), Andreas Hölzl (Sturm Graz/1/0), Andreas Ivanschitz (Panathinaikos/47/7), Ümit Korkmaz (Eintracht Frankfurt/5/0), Christoph Leitgeb (Salzburg/23/0), Jürgen Säumel (Torino/17/0), Paul Scharner (Wigan Athletic/20/0)

Angriff: Marko Arnautovic (Twente Enschede/2/0), Marc Janko (Salzburg/7/3), Rubin Okotie (Austria/0)

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    Karel Brücker und sein Co-Trainer Kocian beim Wiener Derby.

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