UniCredit-Gewinn halbiert, Milliardenabschreibung in Krise

12. November 2008, 09:45
4 Postings

Neue Bilanzierungsregeln ersparten dem Mailänder Bankriesen weitere Belastungen von 856 Millionen Euro - Kernkapital Ende September bei 5,67 Prozent

Mailand - Die italienische UniCredit, Mutterkonzern der österreichischen Bank Austria, ist von den italienischen Kreditinstituten am massivsten von der weltweiten Finanzkrise getroffen. Für das dritte Quartal 2008 meldete UniCredit am Mittwoch eine Halbierung des Gewinns.

Auf 1,3 Mrd. Euro summierten sich die Belastungen und Abschreibungen infolge der Finanzkrise, wie es im Bericht zum 3. Quartal hieß. Dabei hat der Konzern die im Oktober gelockerten neuen Bilanzierungsregeln in Anspruch genommen, die weitere Abwertungsverluste im Handelsergebnis über 856 Mio. Euro vermieden. Sonst wäre das Ergebnis dramatisch schlechter gewesen. Aufgefettet wurde das Gesamtergebnis wieder durch die - über die österreichische Bank Austria gesteuerten - Osteuropatöchter. Belastet haben auch Kosten der Capitalia-Integration.

Unterm Strich hat UniCredit im dritten Quartal um 54 Prozent weniger verdient als im Vorjahresquartal, der Überschuss nach Steuern belief sich im Quartal per Ende September auf 551 Mio. Euro.

Der Vorsteuergewinn war im Quartal mit 1,116 Mrd. Euro um 46,7 Prozent unter dem Vorjahresquartal, ein Effekt der Finanzmarktkrise. Das Handelsergebnis war überall im Konzern stark negativ, somit auch in der Konzernmutter.

Die Kernkapitalquote (Core Tier 1) lag per Ende September bei nur 5,67 Prozent. UniCredit hat bereits Anfang Oktober angekündigt, eine mehrere Milliarden schwere Kapitalerhöhung vorzubereiten.

Wie die italienische Großbank am Mittwoch im Quartalsbericht schrieb, sind die Ergebnisse von den "dramatischen Bedingungen" an den Finanzmärkten geprägt. Dem Aktienkurs taten die Zahlen keinen Abbruch: Die UniCredit-Aktie lag am Vormittag 8 Prozent im Plus.

Ende September beschäftigten die Banken der UniCredit-Gruppe 177.393 Leute, um 7.577 mehr als Ende des Vorjahres. Der Zuwachs lag am weiteren Wachstum in Osteuropa, während die Mitarbeiterzahlen an den übrigen Standorten weiter zurück gefahren werden. Gegenüber dem heurigen Juni ist die Gesamtmitarbeiterzahl bereits leicht zurück gegangen. (APA)

Share if you care.