Brain Force zurück in der Gewinnzone

12. November 2008, 09:34
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Das operative Ergebnis drehte von minus 6,68 auf plus 0,82 Millionen Euro - Allerdings droht ein negatives Ergebnis nach Steuern infolge des neuen deutschen Körperschaftssteuergesetzes

Wien - Der in Wien börsenotierte IT-Dienstleister Brain Force Holding AG hat sich heuer in die Gewinnzone zurückgearbeitet. Vorläufigen Zahlen zufolge sei der Konzernumsatz von Juli bis September im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10 Prozent auf 26,06 Mio. Euro gestiegen, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) habe von minus 2,86 auf plus 1,76 Mio. Euro gedreht, der operative Gewinn (EBIT) von minus 6,68 auf plus 0,82 Mio. Euro, teilte das Unternehmen heute, Mittwoch, mit.

Für die ersten drei Quartale 2008 ergibt sich damit ein Umsatzzuwachs um 10 Prozent auf 78,32 Mio. Euro. Das EBITDA verbesserte sich von minus 1,56 auf plus 5,66 Mio. Euro und das EBIT von minus 17,42 auf plus 2,68 Mio. Euro.

Trotz der guten operativen Ergebnisentwicklung im laufenden Jahr besteht die Möglichkeit eines negativen Ergebnisses nach Steuern. Dieses Risiko ist laut Brain Force ausschließlich auf eine Novelle zum deutschen Körperschaftsteuergesetz zurückzuführen, das bei Beteiligungserwerben von über 50 Prozent ab dem 1. Jänner 2008 den vollständigen Wegfall von Verlustvorträgen aller deutschen Gesellschaften vorsieht. In der Brain-Force-Konzernbilanz sind aktive latente Steuern von 2,9 Mio. Euro aus Verlustvorträgen in Deutschland angesetzt.

Wie im Halbjahresbericht angekündigt, sei die Bilanz auf weitere Risiken aus Altlasten geprüft worden. Aus heutiger Sicht sei eine Abschreibung des Firmenwertes von SolveDirect nicht notwendig. Im Geschäftsjahr 2009 müssten jedoch "deutliche Ergebnissteigerungen bei dieser Tochtergesellschaft erzielt werden, um diese Beurteilung erneut zu rechtfertigen".

Die 30-Prozent-Beteiligung an Kemp Technologies Inc. (New York) wurde laut Brain Force 2007 zur Gänze abgeschrieben. Der frühere Vorstand habe jedoch am 30. September 2005 auch eine Wandelanleihe dieser Gesellschaft in Höhe von 900.000 US-Dollar (rund 706.000 Euro) gezeichnet (fällig am 30. Juni 2009), deren Werthaltigkeit bis zum Jahresende überprüft wird. Im Falle einer negativen Beurteilung hinsichtlich der Einbringlichkeit müsste im vierten Quartal ein Verlust von 0,63 Mio. Euro im Finanzergebnis verbucht werden.

Die Finanzierung der Brain-Force-Gruppe sei "aufgrund der sehr positiven Entwicklung des operativen Cash-Flows sowie eines hohen Zahlungsmittelstandes und ausreichender Banklinien" gesichert und von der Rückzahlung dieser Anleihe unabhängig.

Wegfall deutscher Verlustvorträge

Nach dem Übernahmeangebot der BF-Informationstechnologie-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. und der Einbringung dieser Gesellschaft in die Beko Holding AG per Ende September 2008 könnte es aufgrund der aktuellen Rechtslage zu einem Wegfall der deutschen Verlustvorträge gekommen sein. Dies würde zu einer Erhöhung des latenten Steueraufwandes um 2,9 Mio. Euro im vierten Quartal führen, ohne unmittelbar zahlungswirksam zu sein. In den Folgejahren könnte die höhere Steuerquote in Deutschland zusätzliche Steuerzahlungen nach sich ziehen. Experten bezweifeln jedoch die Verfassungsmäßigkeit dieser Verlustvortragsregelung. Der Vorstand kann daher derzeit noch keine abschließende Beurteilung dieser Bilanzposition vornehmen und wird erst im Rahmen der Aufstellung des Konzernabschlusses zum Jahresende darüber entscheiden.

Nach der konsequenten Optimierung der operativen Aktivitäten in den vergangenen 14 Monaten ist Brain Force für das Geschäftsjahr 2009 eigenen Angaben zufolge gut vorbereitet. Aufgrund der Finanzkrise und der unsicheren Marktlage sei eine Prognose mit konkreten Ergebnisschätzungen derzeit nicht möglich. Das Brain-Force-Management werde jedoch Kosten und Investitionen genau beobachten und bei einer Verschlechterung der Ertragslage rasch und konsequent reagieren. Damit soll auch in 2009 ein deutlich positives operatives Ergebnis erzielt werden.

Aufgrund der "in Summe sehr positiven Entwicklung seit dem vierten Quartal 2007" habe der Vorstand die Prognose für die operativen Ergebnisse im Gesamtjahr 2008 erhöht: Es werde nunmehr mit einem EBITDA von zumindest 7,0 Mio. Euro (bisherige erwartet: 6 bis 7 Mio. Euro) sowie einem EBIT von über 3,0 Mio. Euro (bisher: 2 bis 3 Mio. Euro) gerechnet. Der Umsatz soll die Marke von 100 Mio. Euro übertreffen.

Die endgültigen Ergebnisse zum dritten Quartal und der Quartalsbericht mit dem Konzernabschluss werden am 28. November 2008 veröffentlicht. (APA)

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