Die 90-Prozent-Transpiration-Koalition

12. November 2008 17:12
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    Die Frage von EU-Volksabstimmungen und die Details zur Steuerreform sind in den Koalitionsverhandlungen weiterhin offen, sagt Faymann.

Die rot-schwarzen Koalitionsuntergruppen versprühen Optimismus - Zwei Punkte aber haben es in sich: die EU-Frage und die Unis

Wien - Dieser Sonntag wird für die rot-schwarzen Koalitionsverhandler alles andere als ein Ruhetag: Denn da sollen sämtliche Angelegenheiten, zu denen sich SPÖ und ÖVP in den Untergruppen nicht einigen konnten, in großer Runde ausdiskutiert werden. Besonders Heikles wird "in einem intensiven Vieraugengespräch" geklärt, kündigte SPÖ-Chef Werner Faymann am Mittwoch an.

Ein Problem, das der SPÖ-Chef mit seinem Gegenüber, ÖVP-Obmann Josef Pröll, dann lösen muss, zeichnet sich jetzt schon ab: Der Europa-Kurs der neuen Regierung.

Bis dato ist die Untergruppe von Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) und Staatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) bei diesem Streitthema, das letztlich zum Bruch der alten großen Koalition geführt hat, kein Stück weitergekommen.

Die Sozialdemokraten pochen weiterhin darauf, dass künftige EU-Verträge einer Volksabstimmung zu unterziehen sind, wogegen sich die Volkspartei strikt verwahrt. Daher besteht sie auch darauf, dass im Regierungsprogramm schriftlich festgehalten wird, dass in Brüssel abgeschlossene Verträge als sakrosankt gelten und nicht unabsehbaren Plebisziten unterworfen werden. Eine gemeinsame mündliche Absichtserklärung von SPÖ und ÖVP dazu genügt den Schwarzen jedenfalls nicht.

Das große Feilschen

Doch auch bei einigen anderen Agenden könnte es zwischen den Koalitionären in spe noch zu Reibereien kommen. Hintergrund: Die Finanzgruppe rechnet erst am Samstag die Kosten für jene Vorhaben durch, auf die sich die Untergruppen geeinigt haben. Stellt sich heraus, dass bestimmte Maßnahmen den Budgetrahmen sprengen würden, beginnt das große Feilschen um tiefrote und erzschwarze Anliegen für die eigene Klientel. Beispiel Steuerreform: Wer von der Entlastung mit dem Gesamtvolumen von 2,7 Milliarden Euro besonders profitieren soll, ist noch immer völlig offen, wie SPÖ-Chef Faymann bestätigte.

Wenigstens die Bildungsuntergruppe wird ihrem Ruf als verlässliche Kompromissmaschine gerecht. Beide Seiten - Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) - berichten von höchst konstruktiven Gesprächen. Hahn wollte dem Standard zwar - gemäß dem mit der SPÖ vereinbarten Schweigegelübde - nichts über Inhalte sagen, Atmosphärisches aber war zu erfahren: "Thomas Alva Edison hat gesagt, Genialität besteht zu einem Prozent aus Inspiration und zu 99 Prozent aus Transpiration. Koalitionsverhandlungen sind 10 Prozent Inspiration und 90 Prozent Transpiration."

Erstes Ergebnis dieser Inspiration war ein verpflichtendes Kindergartenjahr, auf das sich Schmied und Hahn schnell einigten. Aber das wird wohl auch der einschneidendste Reformpunkt im Schulbereich bleiben. Reformwünsche nach strukturellen Änderungen wie die Abschaffung von Bezirks- und Landesschulräten und mehr Schulautonomie werden nur sehr allgemeinen Überschriftencharakter bekommen können. Das Match Bund gegen Länder ist am Koalitionstisch nicht zu gewinnen.

Das Reizthema Nummer eins für die ÖVP, die "Gesamtschule" alias Neue Mittelschule wurde ja quasi in der vergangenen Legislaturperiode abgehakt. Die Schulversuche sind gesetzlich bis 2012 gesichert. Eine Hürde weniger also.

Studieneingang als Regulativ

Der Universitätsbereich ist da schon schwieriger zu stemmen. Hieß es die vergangenen Tage noch, dass das Thema Studiengebühren erst gar keines werden sollte, weil von der ÖVP wegen Aussichtslosigkeit einer Rückabwicklung der Fast-ganz-Abschaffung durch SPÖ, Grüne und FPÖ mit Würgen akzeptiert, dürfte diese Frage nun doch bei den Chefs in der Sonntagsrunde landen. Sie müssen den Spagat schaffen zwischen der Finanzierung der vor der Wahl von SPÖ, Grünen und FPÖ beschlossenen Ausnahmen von der Studiengebühr, die den Unis ersetzt werden müssen (laut Hahn rund 100 Millionen Euro pro Jahr), sowie der kostenintensiven Aufstockung für die Medizin-Studienplätze und dem bis dato ungeregelten Hochschulzugang. Die Administration der Ausnahmen soll den Unis erleichtert werden, sagte Hahn.

Wahrscheinlichstes Szenario ist, dass zumindest für besonders überlaufene Fächer Studieneingangsphasen eingeführt werden, um ein qualitativ gestaltetes Mengenregulativ zu haben. Auch an einem Hochschulentwicklungsplan soll gearbeitet werden.
Überraschend gut voran kam bisher die Untergruppe Inneres, in der Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) und Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) die Komplexe Fremdenrecht, Sicherheit und Bundesheer ausverhandelt haben. Es gäbe keinerlei Streitpunkte ließ Darabos ausrichten, man plane ja grundsätzlich auf Basis des letzten Regierungspakts. (Lisa Nimmervoll, Nina Weißensteiner/DER STANDARD Printausgabe, 13. November 2008)

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Posting 1 bis 25 von 120
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Neu Anfang
13.11.2008 19:46
Volksabstimmungen betreffend EU-Verträge

man wird ja jetzt bald sehen, ob die Iren nochmals
eine "Volksabstimmung" zum EU-Vertrag machen,
oder nicht!

Fürchtegott Dreist
 
13.11.2008 17:23
kerl da!

der pröll soll die händ aus der hosntasche nehmen!
do schaut ja selbst dieser sozialist donebn wie ein kultivierter mensch aus! so ein kerl da!

Queen of Sheba
 
13.11.2008 16:25
Schaut mir mehr nach Angstschweis aus.

Max Mostly
13.11.2008 16:02
nur ned hudln

nur keinen stress.
nur nix überstürzen.
kommt zeit, kommt rat.
langsam mit den pferden.

wann fangen die zwei schnapsnasen endlich zum hackeln an?

Pimp my Ride
13.11.2008 15:15
Mein Vorschlag

Expertenkabinett! Vorschlagsrecht der ÖVP und SPÖ 50:50 bei den Ministerien, Alexander van der Bellen macht den BK und koordiniert seine Spezialisten. Die Vorschläge kommen dann in den Nationalrat und es wird ohne Klubzwang abgestimmt. So inetwa würde ich mir einen Fahrplan für die nächsten 2-3 Jahre vorstellen. Angegangen werden sachlich dringende Probleme: Gesundheitsreform (KK), Pensionssystem, Steuerproblematik, Verwaltungsreform, Bildung, etc. Es kann doch bitte nicht so schwer sein, Spezialisten für Sachfragen zu finden, die konkrete Antworten auf konkrete Fragen geben. Und die Gewerkschaften, Bunde etc etc sollen einmal ein paar Jahre ins stille Kämmerlein gehen....

Schüssel Biograf Walter Moers
13.11.2008 16:19

Man könnte aber auch anerkennen, dass der Wähler zum zweiten Mal in Folge die SPÖ - knapp aber doch - zur stärksten Partei gemacht hat.

Sie soll deshalb als federführende Kraft eine Regierung führen.

Warum tut sich diese ÖVP so schwer damit?

Pimp my Ride
13.11.2008 16:23
Gegenfrage

Warum tut sich Faymann so schwer?

Schüssel Biograf Walter Moers
13.11.2008 16:37

Womit tut sich Faymann schwer?

ello
13.11.2008 15:52

ein sehr guter Vorschlag!
mir kommt es so vor, als ob die bieden Parteien nicht im Stande wären Entscheidungen zu treffen.

z.B.: SPÖ und ÖVP haben vorgezogene Steuerreform durchgebracht. // Nicht die beiden Parteien haben es geschafft, sondern die Umstände haben Ihnen keine andere Wahl gelassen.

huach zua
13.11.2008 13:55
Ich freu mich schon

... in 2 Jahren gibts dann wieder Neuwahlen!!!

Ich mach so gern Kreuzerl. Ich frag mich nur langsam warum eigentlich?

Bitte SPVP macht so weiter. Besser kann es gar nicht sein. Eure Stimmenanteile werden jeweils unter 10% rutschen und die FP bekommt die Absolute!

Ja ich oute mich hier: Ich habe die FP gewählt und schäme mich nicht dafür.

P.S.: Ich habe nicht im WW2 gedient!

ron kreitler
13.11.2008 15:41
ovp kapitulation - eine schande!

Es ist unglaublich wie untauglich Proll ist. Er hat keine ahnung wofur Er steht. Mein ganzes Leben habe ich Schwarz gewahlt aber wenn es wieder zu eine GroKo kommt werde ich sicher Blau wahlen.

Christian Brand
13.11.2008 17:00

so wie ich!

Apple-Peter W1
13.11.2008 15:38
Recht habens,....

...ich hab's auch getan und es hat/wird mir als Österreicher auch nicht wehgetan. Was wehtut ist, dass am (temporären) Ende wieder Rot-Schwarz am Trögl sitzen, aber das wird leerer und leerer bis zur nächsten Wahl, dann können diese Hampelmänner von Onkel und Burgamasta sich vertschüssen....

haus?
13.11.2008 14:11

schön für sie.. sie sind schon bissal auf provokation aus oder?

huach zua
13.11.2008 14:30
Na warum?!?

Wie kommens leicht drauf ;-)

Ich hab nur die Wahrheit gesagt ... und nichts als die Wahrheit

poldi derdrache
13.11.2008 12:38

fazit der neuen großen koalition:

alles bleib wie es ist bis der totalschaden nicht mehr abwendbar ist, und dann haben ja sowieso wieder die anderen schuld!

wer muss es wieder erdulden?

die bevölkerung!

JÖRG GIB ACHT, in der Kurve lauert der Tod!
 
13.11.2008 12:09
Von diesen 90% hält aber die ÖVP 90%.

"Alles fliesst, auch Pröll".

EU-phorie statt EU-phobie
13.11.2008 12:08
wozu regierung?

österreich ist seit 2 jahre praktisch und faktisch ohne regierung!

huach zua
13.11.2008 14:31
A Kaiser

muss wieder her!!!

Dann gibts den ganzen Zirkus nicht mehr

Jo Boe
13.11.2008 12:53
ganz meine Meinung

Verwaltungsreform? Auflösung der Regierung!

Pol e Mike
13.11.2008 11:58
Hat der Standard die Berichterstattung eingestellt?

Seit 2 Tagen die selben Berichte......ist der Blödsinn den Faymann und Co zum Besten geben, selbst dem rosaROTen Blatts zuviel geworden.

Oder gibts eine Verordnung vo Faymann nichts mehr zu schreiben?

Pimp my Ride
13.11.2008 11:32
Die wahrscheinlich

ödeste und inhaltleerste Regierungsbildung aller Zeiten. Nix gut.

Finanzkrisengewinner
13.11.2008 11:10

90-Prozent-Transpiration-Koalition

Will der Standard uns damit sagen, dass das alles Schwitzer sind?

Nun... das sind ja News von gestern!

didi111
13.11.2008 11:04
Mut kann man der ÖVP nicht absprechen, oder..


sind sie so machtgeil, daß sie die primitivsten Zeichen an der wand nicht erkennen?

Die da wären:

2009 kommt der Fianztsunami in der Realwirtschaft an. Und das bedeutet, daß sich die Arbeitslosenrate locker im zweistelligen Berich wiederfinden wird.

Die logische Konsquenz wird Frustration, Hass, und
ev. Kampfeswille sein.

Und in diesem Umfeld freut sich die ÖVP, wenn sie von der SPÖ bestimmte Ministerien bekommt:

Wirtschaft...Pröll
Finanzen ....Kopf
Inneres..Mikl-Leitner
Justiz.....Fekter.

Also die Melange ist perfekt.

Die Leute geben den Managern die Schuld, Pröll wird antworten müssen.

Die Leute wollen Geld..Kopf wird NEIN sagen müssen

Die Troubles werden sich auf die Straße verlagern...

Hurra..ÖVP

HC der natürliche Halbton
13.11.2008 14:24

Nicht ganz - Kopf wird den Arbeitslosen die Schuld geben und Fekter wird abschieben, was nicht niet-und nagelfest ist.

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