Bank Austria kann Nettogewinn halten

12. November 2008, 09:20
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Gelockerte Bilanzregeln und Osttöchter mit einem zweistelligen Plus bescheren der Bank Austria im dritten Quartal noch einen Nettogewinn, das Handelsergebnis ist aber tiefrot

Wien - Dass im Oktober wegen der Finanzkrise auch in der EU die Bilanzierungsregeln gelockert wurden, hat dem italienischen UniCredit-Konzern im 3. Quartal 2008 Abwertungslasten von 856 Mio. Euro erspart. In der österreichischen Tochter Bank Austria waren es 120 Mio. Euro, die an Bewertungsverlusten im Handelsergebnis vermieden werden konnten, netto schlug sich das in der Bank Austria-Bilanz per Ende September mit 93 Mio. Euro nieder. Kumuliert war das Handelsergebnis trotzdem deutlich negativ. Der Nettogewinn lag nach neun Monaten bei 1,6 Mrd. Euro.

Wegen der finanzkrisenbedingten Kurswertberichtigungen war das Handelsergebnis der Bank Austria bis Ende September mit minus 278 Mio. Euro tiefrot. Zum Vergleich: In den ersten neun Monaten 2007 war das Handelsergebnis mit 180 Mio. Euro im Plus gewesen.

Der Gewinnausblick fürs Gesamtjahr (3 Mrd. Euro Vorsteuergewinn für 2008 nach 2,7 Mrd. Euro im Jahr davor) wurde vor einigen Wochen zurück genommen. Es gibt weiter keine neuen Zahlen zum Ausblick. Man rechne aber mit einem stabilen Geschäftsverlauf, so die Bank Mittwoch früh. Bis September lag der Vorsteuergewinn bei 2 Mrd. Euro, knapp 6 Prozent unter den für September 2007 ausgewiesenen Zahlen.

Resistente Bank Austria

Bank Austria-Chef Erich Hampel meint, dass die Finanzkrise in den vergangenen Wochen "ihren Höhepunkt erreicht" hat. Er sieht die Bank durch ihr Geschäftsmodell relativ resistent. "Andernfalls hätten wir nicht einen Nettgewinn in Höhe des Vorjahres gemacht". Für eine vollständige Entwarnung auf den Märkten sei es aber noch zu früh. Das Marktumfeld bleibe weiter schwierig.

Wie berichtet prüft auch die Bank Austria, ob sie im Rahmen des österreichischen Bankenhilfspaket staatliche Hilfe in Anspruch nimmt. Die Kernkapitalquote Ende September wurde mit 7,6 Prozent beziffert.

Geholfen hat der Bank Austria bis Ende des 3. Quartals auch wieder das umfangreiche Ostgeschäft, wo die Gewinnbeiträge vor Steuern samt der vorjährigen Zukäufe in der Ukraine und in Kasachstan in den ersten neun Monaten um 50 Prozent zunahmen. CEE war wieder der Träger der Ergebnisse. Allerdings nahmen wegen CEE auch die Kreditvorsorgen um 36 Prozent zu.

Unterm Strich (Nettogewinn, Periodenüberschuss nach Steuern und Fremdanteilen) gab es nach drei Quartalen 1,642 Mrd. Euro Gewinn - das waren 6,2 Prozent weniger als der für das Vorjahr ausgewiesene Wert. Rechnete man einen vorjährigen Sondereffekt (ASVG-Äquent/Auflösung von Pensionsrückstellungen) heraus, wären es 0,2 Prozent mehr gewesen, so die Bank, zusätzlich bereinigt um vorjährige Zukäufe wären es 1,6 Prozent mehr. (APA)

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    Dank gelockerter Bilanzregeln und Osttöchtern mit einem zweistelligen Plus kann die Bank Austria im dritten Quartal zwar den Nettogewinn halten, das Handelsergebnis ist aber tiefrot.

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