Austria wiederauferstanden

11. November 2008, 22:51
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Nach zuletzt drei Niederlagen zeigte Violett endlich wieder eine engagierte Leistung, das reichte zu einem 2:0 im Derby gegen Rapid - Tore von Krammer und Okotie brachten Vorentscheidung schon vor der Pause

Wien - Austria Wien besiegte am Dienstagabend im Spitzenspiel der 17. Runde der Fußball-Bundesliga vor 12.200 Zuschauern im ausverkauften Horr-Stadion Rapid verdient mit 2:0 (2:0). Es war der erste Derbysieg der Austria seit sechs Spielen. Dem Meister fehlen damit weiterhin drei Punkte auf Leader Salzburg, der am Mittwoch in Ried gastiert. Die Austria bleibt Vierter.

Die entscheidenden Tore hatten Thomas Krammer (6.) und Rubin Okotie (23.) bereits vor der Pause erzielt. Krammer staubte aus kurzer Distanz zu seinem ersten Treffer im Austria-Dress ab, nachdem Rapid-Keeper Andreas Lukse einen Okotie-Kopfball aus kurzer Distanz nur kurz abgewehrt hatte. In diesem Moment war der Torschütze allerdings knapp aber doch Abseits.

Okotie selbst legte vor den Augen von Teamchef Karel Brückner, der am Mittwoch seinen Kader für das Länderspiel gegen die Türkei bekanntgibt, per Kopf nach. Zuvor hatte sich der 21-Jährige Stürmer nach einem Freistoß von Acimovic im Luftduell gegen Dober, Maierhofer und Lukse durchgesetzt. Erstere verhielten sich passiv, der Keeper kam zu unentschlossen aus seinem Gehäuse. Es war das zwölfte Saisontor der Austria aus einer Standardsituation - Ligaspitze.

Die Austrianer hatten sich im Vergleich zur 1:5-Pleite in Salzburg deutlich geschlossener präsentiert, gewannen von Beginn an mehr Zweikämpfe. Acimovic war neben Mario Bazina ins zentrale offensive Mittelfeld gerückt, in der Innenverteidigung ersetzte der 17-jährige Aleksandar Dragovic den an der Fußsohle angeschlagenen Franz Schiemer mit Bravour. Fernando Troyansky nahm Rapid-Regisseur Steffen Hofmann als dessen ständiger Schatten aus dem Spiel.

Zwei Sechser, die sich nicht verstanden

Ein Experiment von Peter Pacult, mit zwei defensiven Mittelfeldspielern zu beginnen, war fehlgeschlagen. Erst als Christopher Drazan nach 24 Minuten Stefan Kulovits ersetzte und Branko Boskovic von links ins Zentrum rückte, fanden die Rapidler besser ins Spiel. Die erste Großchance machte der hervorragende Austria-Keeper Szabolcs Safar zunichte, als er erst gegen Stürmer Jelavic und im Nachschuss gegen Boskovic rettete (35.).

Safar hielt den Vorsprung mehrmals fest, auf der Gegenseite war Derby-Debütant Lukse steter Unsicherheitsfaktor. Kurz vor dem Pausenpfiff klärte Ketelaer mit Hilfe der Latte auf der Linie, nachdem der Rapid-Keeper einen direkten Corner von Acimovic verpasst hatte. Davor hatte Lukse einen Standfest-Schuss aufs kurze Eck pariert (36.), Bazina knapp das lange Eck verfehlt (37.). Danach zog sich die Austria weit in die eigene Hälfte zurück, lauerte nach Seitenwechsel nur noch auf Konter.

Pacult brachte mit Veli Kavlak (46.) und Erwin Hoffer (55.) weitere Offensivkräfte, löste auch die Viererkette auf. Sein Team fand aber trotz deutlich mehr Ballbesitz kaum taugliche Mittel gegen eine sehr kompakt stehende Austria. Ein Schuss von Jelavic ging neben das Tor (50.), mit einem Versuch von Hoffer aus spitzem Winkel hatte Safar keine Probleme (59.).

Dafür durfte sich der Austria-Schlussmann noch einmal auszeichnen, als der unsichere Abwehrchef Jacek Bak ausgerutscht war (73.). Safar parierte mit dem Fuß gegen Boskovic, den Nachschuss knallte Maierhofer völlig unbedrängt über das leere Tor - die größte Chance auf den Anschlusstreffer. Im Konter ließen Standfest (72.) und Bazina (85.) die Chance auf die vorzeitige Entscheidung aus.

Die Austria verkürzte in der Derby-Bilanz im 287. Duell dennoch auf 105:119 Siege. Rapid kassierte seine erste Niederlage nach zuletzt drei Siegen und einem Remis. Im Gegensatz zum ersten Saisonderby, bei dem Rapid-Torhüter Georg Koch eine Böllerwurf-Attacke mit einem Gehörtrauma bezahlt hatte, war es im Stadion vergleichsweise gesittet abgelaufen. (red/APA)

Austria Wien - Rapid Wien 2:0 (2:0). Franz Horr Stadion, 12.200 Zuschauer (ausverkauft), SR Brugger. ~

Tore: 1:0 (6.) Krammer, 2:0 (23.) Okotie

Austria: Safar - Standfest, Bak, Dragovic, Troyansky (66. Madl) - Krammer, Blanchard, Suttner - Bazina, Acimovic (91. Netzer) - Okotie

Rapid: Lukse - Dober, Tokic, Patocka, Ketelaer (46. Kavlak) - Hofmann, Hekkinen, Kulovits (24. Drazan), Boskovic - Jelavic (55. Hoffer), Maierhofer

Gelbe Karten: Okotie, Krammer, Troyansky, Bazina bzw. Kavlak, Drazan, Hofmann, Heikkinen

 

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    Thomas Krammer freut sich mit dem Kollegen Markus Suttner über sein erstes Goal in Violett. Dass er dabei Abseits stand, focht ihn nicht sonderlich an.

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    Peter Pacult schon eher. Der Rapid-Coach wertete die Situation als spielentscheidend.

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