Vatikan: Nein zur embryonalen Stammzellforschung gilt für alle

11. November 2008, 18:34
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Katholische Kirche übt Kritik an Plänen des künftigen US-Präsidenten Obama

Rom - Der Vatikan hat seine ablehnende Haltung zur embryonalen Stammzellenforschung bekräftigt und sich damit gegen Überlegungen des künftigen US-Präsidenten Barack Obama gestellt. Das Nein gegen die Stammzellenentnahme aus menschlichen Embryonen "betreffe alle", sei daher auch an die USA gerichtet, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesundheit, Kardinal Javier Lozano Barragan, am Dienstag in Rom.

Die Stammzellenforschung an Embryonen haben noch immer keine Therapien hervorgebracht, strich der Kurienkardinal bei der Vorstellung einer internationalen Konferenz zur Pastoral kranker Kinder hervor. "Dagegen hat die Wissenschaft optimale Resultate durch die Entnahme von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut oder von adulten Stammzellen erzielt", sagte Lozano. Diese Methoden gelten als ethisch unbedenklich.

Das Team des US-Wahlsiegers Obama hatte am Wochenende angekündigt, etwa 200 Verfügungen der Regierung von George W. Bush nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten sofort rückgängig zu machen. Darunter seien etwa Einschränkungen zur Stammzellenforschung und Abtreibungsregularien.

Bisher wenig praxistauglich

Bei der embryonalen Stammzellenforschung wird dem Embryo im Blastozystenstadium der sogenannte Embryoblast entnommen, was zum Tod des Embryos führt. Anschließend werden die Zellen aus dem Embryoblast vermehrt. Die ursprünglich großen Versprechungen der embryonalen Stammzellforschung - bis hin zur angedachten Heilung für Krankheiten wie Alzheimer - rührten daher, dass embryonale Stammzellen sich zu jedem möglichen Zelltyp des Körpers entwickeln können (Pluripotenz).

In der Praxis entwickeln sich jedoch aus diesen Zellen Tumoren, sobald sie in einen adulten Organismus eingeführt wurden. Therapien mit embryonalen Stammzellen wurden wegen dieser Unbeherrschbarkeit bisher noch nicht entwickelt. (APA)

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