Hunger im Schlaraffenland

11. November 2008, 18:27
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Das Tabu des Zuviel-Essens erhält im Theaterstück von konnex Raum - Die anschließende Podiumsdiskussion zwischen ExpertInnen soll "dem Gewicht das Gewicht nehmen"

Schlankheitswahn auf der einen Seite, Fettsucht auf der anderen. Ess-Störungen aller Art sind in der westlichen Wohlstands- und Leistungsgesellschaft im Ansteigen. Ein Übermaß an Nahrungsangeboten trifft auf Schönheits- und Jugendkult, auf Allmachtsgefühle mit einhergehender Wertlosigkeit. Ess-Störungen können eine gefährliche krankmachende Antwort darauf sein.

Während Menschen, die von Anorexie, Bulimie oder Binge Eating Disorder betroffen sind, das Mitleid ihrer Umgebung erhalten - was die Krankheit nicht erleichtert, werden diejenigen mit (zuviel) Gewicht immer wieder ins Out gedrängt. Sie leiden unter Isolation und der Einschränkung sozialer Kontakte, was ihr Essverhalten noch verstärkt. Ein Kreislauf, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Essen als Ritual?

Das Tanztheater konnex hat sich gemeinsam mit intakt - Therapiezentrum für Menschen mit Ess-Störungen diesem wichtigen Thema angenommen. In der Aufführung "hunger im schlaraffenland" teilen vier wohlgenährte AkteurInnen - drei Frauen und ein Mann - die Liebe zum Essen. Sie kochen und essen permanent und leidenschaftlich und werden nie satt. Sie suchen ständig nach Essbarem, nach neuen kulinarischen Highlights. Das Essensritual dient als Choreographie.

Im Anschluss an die Vorstellung wird unter dem Titel "Dem Gewicht das Gewicht nehmen" am Podium diskutiert: Sind Menschen mit Gewicht schlechtere Menschen als dünne Menschen? Fauler, dümmer, inaktiver? Welche Haltungen, Glaubenssätze und Ideologien stehen hinter diesen Meinungen? In der Diskussion werden sowohl medizinische als auch psychologische und soziale Faktoren des Essens, Überessens und Zuviel-Essens besprochen, um - vielleicht - dem Essen den Genuss wiederzugeben.

Diskutierende

Primarius Doktor Peter Weiss (Leiter der 3. Medizinischen Abteilung bei den Barmherzigen Schwestern Wien), Katharina Reményi (Leiterin des Ressorts Mode & Styling des Magazins Wienerin), Mag.a Rahel Jahoda (Psychotherapeutin und Psychologin, Leiterin des psychotherapeutischen Teams von intakt), Mag.a Karin Lobner (Ernährungswissenschafterin, Leiterin des Projekts "Durch dick und dünn"), Mag.a Aline Cosulich (Weight Watchers). Moderieren wird Daniela Zeller von Ö3.

Termin

"hunger im schlaraffenland"
mit anschließender Diskussion
21. November 2008, 19:00
Theater des Augenblicks
Edelhofgasse 10, 1180 Wien
Tel: 0664/35 199 21
office@konnexwien.at
www.konnexwien.at
Kartenpreise: Euro 9,50 | Kinder: Euro 7,50

(dabu/dieStandard.at, 11.11.2008)

 

intakt
Therapiezentrum für Menschen mit Ess-Störungen
www.inakt.at

  • Sind Menschen mit Gewicht schlechtere Menschen als dünne Menschen? Fauler, dümmer, inaktiver? Das und anderes rund ums Thema Gewicht wird bei der Diskussion im intakt besprochen.
(Im Bild: Szene aus "hunger im schlaraffenland")
    Foto: konnex

    Sind Menschen mit Gewicht schlechtere Menschen als dünne Menschen? Fauler, dümmer, inaktiver? Das und anderes rund ums Thema Gewicht wird bei der Diskussion im intakt besprochen.

    (Im Bild: Szene aus "hunger im schlaraffenland")

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