Hamas führt angeblich Gespräche mit Obama-Beratern

11. November 2008, 14:30
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Treffen in Gaza vor den US-Wahlen - Keine Bestätigung von US-Seite

Gaza/Tel Aviv - Die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas steht nach eigener Darstellung im Kontakt mit Beratern des künftigen US-Präsidenten Barack Obama. Die Kontakte seien über das Internet hergestellt worden; vor den US-Wahlen habe es auch ein Treffen in Gaza gegeben, sagte der führende Hamas-Politiker Achmed Yussuf der arabischen Tageszeitung "Al-Hayat" (Dienstag). Die Hamas sei gebeten worden, die Verbindung geheim zu halten, um Obama im Wahlkampf nicht zu schaden. Yussuf war für eine Stellungnahme am Dienstag nicht zu erreichen.

Unklar ist, mit welchen Obama-Beratern Hamas-Vertreter in Gaza gesprochen haben. Der Nahost-Experte Robert Malley hatte im Mai Kontakte zur Hamas eingeräumt. Ein Sprecher des Wahlkampfteams von Obama erklärte daraufhin, dass Malley keine formale Rolle im Wahlkampfteam spiele und auch keine Rolle in der Zukunft spielen werde.

Einer der Nahost-Berater von Obama der frühere US-Unterhändler Dennis Ross, sagte unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl der israelischen Tageszeitung "Haaretz", dass Obama seine Position gegenüber einem "nicht staatlichen Akteur" wie der Hamas solange nicht ändern werde, bis Hamas bereit sei, Israel anzuerkennen, dem Terror abzuschwören und frühere Verträge anzuerkennen.

Die Hamas ist der stärkste innenpolitische Rivale der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. Sie kontrolliert nach einem blutigen Putsch vom Juni 2007 den Gazastreifen mit seinen rund 1,5 Millionen Einwohnern. Seitdem wird die Hamas vom Westen weitgehend boykottiert. (APA/dpa)

 

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