Wirtschaftsinstitut für Lehrerbezahlung nach Leistung

11. November 2008, 14:00
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Deutsche Pädagogen sollen durch Leistungsprämien motiviert werden - Sonderzahlungen, wenn zum Beispiel beim PISA-Test gut abgeschnitten wird

München - Eine leistungsbezogene Bezahlung von Lehrern hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vorgeschlagen. Das derzeitige Entlohnungssystem sei ungerecht, weil es einsatzstarke Lehrer bestrafe und demotiviere, sagte IW-Bildungsforscher Oliver Stettes dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Besonders für junge Lehrer ist das frustrierend." Der Lernerfolg von Schülern hänge "entscheidend davon ab, wie motiviert Pädagogen sind und wie groß ihre Bereitschaft ist, sich über das normale Maß hinaus zu engagieren".

Leistungsabhängige Prämien

Nach dem IW-Modell, das an diesem Dienstag in Berlin offiziell vorgestellt werden soll, können Lehrer direkten Einfluss auf ihr Gehalt nehmen. Es sieht eine Grundvergütung mit Zulagen vor, die durch leistungsabhängige Prämien aufgebessert werden kann. Die jährlichen Sonderzahlungen sollen bis zum 1,5-fachen eines Monatsgehalts betragen.

Grundlage für die Bewertung der Leistungen sollen individuelle Vereinbarungen zwischen Pädagogen und Schulleitung sein. Hat ein Lehrer die darin festgelegten Aufgaben erfüllt, erhält er eine Prämie. Das Geld für die Boni sollen die Schulleitungen von den Kultusministerien erhalten. Die Höhe hängt davon ab, ob die Schule ihrerseits zuvor festgelegte Ziele erfüllt hat, etwa ein gutes Abschneiden bei PISA-Tests. Die neuesten Ergebnisse der Studie über Schülerkenntnisse in Deutschland sollen am 18. November vorgestellt werden.

Finanzierung über Generationswechsel

Die Umsetzung des IW-Modells würde die Bundesländer nach Darstellung des Magazins Milliarden Euro kosten. Dies kann nach Berechnung des Instituts aus Einsparungen durch den Generationswechsel bei den Lehrern bezahlt werden. "In den nächsten zehn Jahren scheidet fast ein Drittel der 650 000 Vollzeit-Lehrer altersbedingt aus", erklärte das Institut vor. Weil nachrückende Lehrer als Berufseinsteiger deutlich weniger verdienen, "könnte das freiwerdende Geld in das Prämiensystem fließen". (dpa)

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