Ex-Innenminister wegen Mafia-Verbindung angeklagt

11. November 2008, 13:12
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Mehmet Agar soll Rechtsextremisten und Auftragsmörder geschützt haben - Verbindungen zwischen rechtsextremen Untergrund und Politikern kamen 1996 nach Verkehrsunfall ans Licht

Istanbul - Der frühere türkische Innenminister Mehmet Agar muss sich vor einem Gericht in Ankara gegen den Vorwurf der Bildung einer kriminellen Bande verteidigen. Die Staatsanwaltschaft werfe ihm außerdem vor, eine schützende Hand über den türkischen Rechtsextremisten und Auftragsmörder Abdullah Catli gehalten zu haben, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. So soll Agar dem Mann eine Waffe und einen Pass besorgt sowie sein Versteck geschützt haben. Der Angeklagte erschien am Dienstag nicht zur Verhandlung und gab gesundheitliche Probleme als Grund an.

Zusammenarbeit zwischen türkischem Staat und rechtsextremen Mafia-Banden

Verbindungen zwischen dem rechtsextremen Untergrund und türkischen Politikern waren als Folge eines Verkehrsunfalls am 3. Oktober 1996 nahe der westtürkischen Stadt Susurluk bekannt geworfen. Bei dem Zusammenstoß zwischen einem Luxus-Mercedes und einem Lastwagen waren der unter mehrfachem Mordverdacht stehende Catli, ein hoher Polizeibeamter und eine junge Frau ums Leben gekommen. Agar verlor danach seine Immunität.

In einem offiziellen Bericht aus dem Jahr 1998 wurde deutlich, dass der türkische Staat und rechtsextreme Mafia-Banden eng zusammengearbeitet haben. Die Untersuchung befasste sich mit einem Interessengeflecht aus hohen Regierungsbeamten, Politikern, Juristen und Polizisten auf der einen und gesuchten Mafiosi auf der anderen Seite. Demnach wurden einige der wegen Straftaten gesuchten Personen sowohl vom Geheimdienst MIT als auch von der Polizei für "besondere Aufgaben" eingesetzt. (APA/dpa)

 

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