Lediglich 68 Prozent der heimischen Schulen haben einen Breitbandanschluss

11. November 2008, 12:20
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Große "Digitale Kluft" in Österreich - Telekom-Regulator für gemeinsamen Netzausbau durch PPP-Modelle

Telekom-Regulator Georg Serentschy spricht sich für einen gemeinsamen Netzausbau durch private Anbieter und den Staat aus. Dieses PPP-Modell (Private-Public-Partnership) würde den stockenden Breitband-Internetausbau am "flachen Land" vorantreiben, die die Telekom-Anbieter wegen des harten Wettbewerbs und der damit verbundenen geringen Spannen nicht finanzieren könnten. Firmen, die frühzeitig in dieses PPP-Modell einsteigen, sollten im Sinne einer Risikoteilung eine höhere Abschreibung zugestanden werden, meinte Serentschy am Dienstag vor Journalisten.

Die 4. Kulturtechnik

Schließlich sei die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) neben lesen, schreiben und rechnen die 4. Kulturtechnik. Er wundere sich, wenn in Stelleninseraten Computerkenntnisse dezidiert verlangt werden. Gerade angesichts des Klimawandels und des Verkehrskollaps würde Telearbeit ein erhebliches Potenzial haben. Dass die Arbeit zu Hause am PC funktioniert, beweisen Beispiele wie IBM, HP und die Wirtschaftskammer Österreich, so der RTR-Chef.

Lediglich 68 Prozent der heimischen Schulen haben einen Breitbandanschluss

Ein weiterer Bereich sei der medizinische Sektor: In Österreich würden nur 54 Prozent der praktischen Ärzte den Computer zur Patientenberatung nutzen, während es im EU-Schnitt 66 Prozent und in Finnland 100 Prozent seien, geht aus dem erstmals erschienenen "IKT-Factbook" der Regulierungsbehörde hervor. Erheblicher Nachholbedarf besteht an den Schulen: Lediglich 68 Prozent von ihnen haben einen Breitbandanschluss. Für hundert Schüler stehen gerade einmal 16 Computer zur Verfügung.

Nach wie vor herrscht eine große "digitale Kluft" innerhalb der Bevölkerung. Je besser die Bildung und je höher das Einkommen ist, desto intensiver ist auch die Internetnutzung. Nur 46 Prozent der Personen mit niedrigem Bildungsniveau haben in den vergangenen drei Monaten im Internet gesurft. Bei Akademikern sind es hingegen 95 Prozent. Gering ist die Internetnutzung auch bei Personen, die keiner Erwerbsarbeit nachgehen, sondern den Haushalt führen. Gerade einmal 39 Prozent haben in den vergangenen 90 Tagen einen Blick ins WorldWideWeb geworfen. Bei den Erwerbstätigen sind es 84 Prozent, bei den Schülern gar 100 Prozent.

"Digitale Kluft

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, diese "digitale Kluft" zu reduzieren und hat daher heuer das Jahr der eInclusion (engl. für "elektronische Einbeziehung") ausgerufen. Dazu findet vom 30. November bis zum 2. Dezember die " e-Inclusion Ministerial Conference and Exhibition" in Wien statt. Dabei handelt es sich um die größte eInclusion-Veranstaltung in Europa. Organisiert wird diese von der österreichischen Bundesregierung und der EU-Kommission. Über 1.200 Delegierte werden erwartet. (APA)

 

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  • Telekom-Regulator Georg Serentschy

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