Rekord-Handelsüberschuss im Oktober

11. November 2008, 11:00
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China fuhr trotz schwächeren Exportwachstums einen Rekord-Handels­überschuss ein: Die Ausfuhren übertrafen die Einfuhren um 35,2 Milliarden Dollar

Peking - China hat im Oktober trotz eines schwächeren Exportwachstums einen Rekord-Handelsüberschuss eingefahren. Insgesamt übertrafen die Ausfuhren die Einfuhren um 35,2 Mrd. Dollar (27,3 Mrd. Euro), wie die Zollverwaltung am Dienstag mitteilte. Dabei wuchsen die Exporte verglichen mit dem Vorjahr nur noch um 19,2 Prozent, nachdem es im September noch 21,5 Prozent waren. Zugleich schwächte sich der Anstieg der Importe aber noch stärker ab auf 15,6 Prozent, nach 21,3 Prozent im Vormonat. Für die ersten zehn Monate des Jahres summiert sich der Handelsüberschuss damit auf 216 Mrd. Dollar.

Die Inflation sank zugleich auf 4,0 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, wie das Statistikamt mitteilte. Befragte Analysten hatten lediglich einen Rückgang der Jahresrate auf 4,2 Prozent erwartet. Damit ist die Teuerungsrate seit ihrem Zwölf-Jahres-Hoch von 8,7 Prozent im Februar so stark gefallen, dass Volkswirte inzwischen von Deflationsgefahren sprechen. Schon im Februar könnten es zur Deflation kommen, sagte Hu Yuexiao von Shanghai Securities. Das werde die Zentralbank zum Handeln bewegen.

Seit Mitte September hat die chinesische Zentralbank ihren Leitzins bereits drei Mal gesenkt. Am Sonntag kündigte die Regierung in Peking darüber hinaus eine weitere Lockerung der Geldpolitik an und signalisierte damit weitere Zinssenkungen. Die Finanzkrise hat das Wirtschaftswachstum in China deutlich abgebremst. Im dritten Quartal nahm die Wirtschaftsleistung nur noch um neun Prozent zu, nach einem Wachstum von über zehn Prozent im ersten Halbjahr. Die Regierung in Peking legte deswegen ein knapp 460 Mrd. Euro schweres Konjunkturpaket auf, um das Wachstum anzukurbeln. (APA)

 

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