USA versuchen's wieder mit Kohlekraftwerken

1. März 2003, 09:30
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Neue "Gasifikation"-Technologie soll kein CO2 emittieren - Testlauf in einem Pilotprojekt

New York - Die US-Energiebehörde hat nach Angaben der New York Times angekündigt, innerhalb der kommenden zehn Jahre ein neues Kohlekraftwerk zu errichten. Die neue Technologie soll, so die Zeitung, kein CO2 emittieren. Unter dem Namen FutureGen soll die neue Generation von Kohlekraftwerken wesentlich zur Verbesserung der Umwelt beitragen.

"Diese Technologie ist essenziell für die Wirtschaft Amerikas", meinte Energy Secretary Spencer Abraham. Die USA verfügen über riesige Kohlevorkommen und daher setze man auf diese Energieform, meinte der Minister, der auch einräumte, dass diese Technologie für Entwicklungsländer in Frage komme. Kohlebetriebene Kraftwerke erzeugen derzeit etwa 40 Prozent der 23 Mrd. Tonnen CO2 auf der Erde. Kohle ist aber auch ein Iniatiator für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Für Abraham besteht kein Zweifel, dass Kohle der Energielieferant des 21. Jahrhunderts sei. Dieses Projekt helfe mit, Kohle von einer schmutzigen Energiequelle in eine umweltfreundliche umzuwandeln.

Zehnjähriger Testlauf

Die neue Technologie soll in einem Pilotprojekt erstmals getestet werden. Die Kosten dafür werden mit einer Mrd. Dollar über den Zeitraum von zehn Jahren veranschlagt. Bezahlen soll das zu 80 Prozent der amerikanische Staat, private Unternehmen werden den Rest finanzieren. Insgesamt haben nach Angaben des Ministers mehr als 20 Staaten darunter Australien und China ihr Interesse an dem Projekt FutureGen gezeigt.

Prinzipiell begrüßten Wissenschaftler und Umweltgruppen das Vorhaben der Regierung. Sie wiesen aber daraufhin, dass erst ein gesetzlicher Hintergrund zur Beschränkung der Emissionen tatsächlich etwas ändern werde. "CO2-Beschränkungen in großem Ausmaß sind ein begrüßenswerter Schritt. Aber ohne Zwang wird der Markt neue Technologien nicht nutzen", so David Hawkins, Klimapolitik-Experte beim Natural Resources Defense Council, einer privaten Umweltinitiative.

Das Verfahren

Der Prototyp des neuen Kraftwerkes soll anders als bisherige Kohlekraftwerke Energie nicht durch Verbrennen von Kohle sondern durch "Gasifikation" erzeugen. Die wesentlichen Vorteile bestehen im Falle der Stromerzeugung in einem elektrischen Wirkungsgrad, der weit höher als der herkömmlicher Verbrennungsanlagen ist. Das Kraftwerk soll 275 Megawatt an Strom liefern, das entspricht etwa einem Viertel des Outputs eines herkömmlichen Kohlekraftwerks. Das Ministerium machte zum Standort des Kraftwerks keine Angaben. Seitens der Behörden hieß es lediglich, dass es nahe an Kohlevorkommen liegen soll. Dann könnten auch die Gasemissionen in die Schächte gepumpt werden. (pte)

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