O-Ton: Was zieht Manager ins Bordell, Silvia Jelincic?

11. November 2008, 09:03
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Buchautorin Silvia Jelincic ("Die nackte Elite - Wie, wie oft und mit wem Manager Sex haben") lässt Sonntag in "Vera exklusiv" keine Zweifel daran, wem ihr Mitgefühl gehört

Jelincic: Ein Fall hat mich besonders berührt. Da war ich nachher total, irgendwie zerknirscht. Ich habe zum Beispiel mit den ärgsten Bordellgängern gesprochen. Das war mir ziemlich egal. Aber dann gibt es so Fälle, die gehen einem wirklich sehr ans Herz. Einer, der Text heißt ,Umarmungen', es war ein anonymes Interview. Da ist ein Manager an der Seite von seiner Frau sehr vereinsamt. Weil er hat sich nur ums Geschäft gekümmert und überhaupt keine Zeit mehr gehabt für die Ehe und für die Kinder und will jetzt unbedingt zu seiner Frau zurück, aber die hat natürlich jetzt kein Interesse mehr, das alles aufzuholen, was er versäumt hat.

Er schupft den Laden sehr erfolgreich, aber Liebe gibt es da halt nicht. Und der hat mir gesagt: ,Es ist mir unangenehm, Ihnen das zu sagen, aber ich gehe so circa einmal im Monat ins Bordell, um umarmt zu werden.' Und nicht immer kommt es zu Sex. Er traut sich nicht, eine Geliebte zu nehmen, weil er Angst hat, dass ihn seine Frau bei einer Scheidung um die Millionen bringt, aber er hat gesagt, einmal im Monat ist er fix bei einer Nutte und spricht mit der und will nur umarmt werden.

Russwurm: Also die Motive, um ins Bordell zu gehen, sind doch sehr vielfältig. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 11.11.2008)

In der Kolumne O-Ton kommen Menschen aus Kultur und Medien unkommentiert zu Wort.

  • Buchautorin Silvia Jelincic ("Die nackte Elite - Wie, wie oft und mit wem Manager Sex haben") lässt Sonntag in "Vera exklusiv" keine Zweifel daran, wem ihr Mitgefühl gehört. Vera Russwurm behält die Übersicht und bleibt objektiv, wie gewohnt.
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    Buchautorin Silvia Jelincic ("Die nackte Elite - Wie, wie oft und mit wem Manager Sex haben") lässt Sonntag in "Vera exklusiv" keine Zweifel daran, wem ihr Mitgefühl gehört. Vera Russwurm behält die Übersicht und bleibt objektiv, wie gewohnt.

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