Schröder: EU-Sanktionen gegen ÖVP-FPÖ-Koalition waren ein Fehler

10. November 2008, 22:30
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Podiumsdiskussion mit Ex-Bundeskanzler Vranitzky in Berlin - Lob für EU-Strategie gegen Finanzkrise

Berlin - Der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die in seinen Regierungsjahren verhängten Sanktionen der EU-Staaten gegen Österreich Montagabend als "Fehler" bezeichnet. Die Sanktionen, mit denen die EU-Partner im Jahr 2000 die bilateralen Kontakte zur ÖVP-FPÖ-Koalitionsregierung ausgesetzt hatten, seien "kontraproduktiv" gewesen, sagte Schröder in einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem österreichischen Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) in Berlin.

Vranitzky merkte in der Podiumsdiskussion an, diese Maßnahmen hätten in Österreich zum Unmut über die EU beigetragen. Er äußerte die Erwartung, dass das richtige Vorgehen der EU in der gegenwärtigen Finanzkrise das Ansehen der EU wieder stärken werde. "Da werden so manche Vorbehalte wieder in den Hintergrund gerückt", sagte er. Ein Glück sei es gerade jetzt, dass es mit dem Euro eine gemeinsame Währung gebe.

Vranitzky wie Schröder lobten die Strategie der EU-Länder in dieser Krise. "Die Europäer waren in dieser Krise besser als die Amerikaner", sagte Schröder. Beide Ex-Kanzler gingen davon aus, dass es nun zu mehr Transparenz auf den Finanzmärkten kommen werde. Nach Ansicht des früheren deutschen Kanzlers müssen "offensive Konjunkturprogramme" zur Überwindung der Probleme in der Realwirtschaft beitragen. Dies werde alle EU-Länder betreffen. Es müsse ein ähnlich abgestimmtes Verhalten wie in den Finanzfragen geben. (APA/dpa)

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    Die Sanktionen, mit denen die EU-Partner im Jahr 2000 die bilateralen Kontakte zur ÖVP-FPÖ-Koalitionsregierung ausgesetzt hatten, seien "kontraproduktiv" gewesen, sagte Schröder.

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