Hertha heiß auf Janko

10. November 2008, 21:13
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Der salzburger Torjäger bringt derzeit Gegenspieler und Manager in Verlegenheit. Hertha BSC hat den Bullen bereits im Visier

Wien - Marc Janko ist heiß. Nicht nur beim Toreschießen kühlt der Stürmer derzeit nicht ab, auch die Aktie Janko glüht auf dem Transfermarkt. Der deutsche Bundesligist Hertha BSC Berlin hat Janko gegen die Austria auf seine langen Beine geschaut. Nicht nur die Beine, sondern auch das Köpfchen des Stürmers bescherten dem berliner Chef-Scout Rudi Wojtowicz drei Tore. Nimmt Hertha-Boss Dieter Hoeneß beim Auswärtsspiel in Ried den 25-Jährigen Angreifer persönlich unter die Lupe, muss Bullen-Manager Heinz Hochhauser ernsthaft um Janko zittern.

Janko ein Berliner

Das Interesse des deutschen Bundesligisten geht über die bisherigen Spekulationen hinaus, das bestätigte auch Jankos Berater Georg Stanggassinger. Dem Klub aus der Hauptstadt könnten im Sommer beide Stürmer abhanden kommen: Der Vertrag des Serben Marko Pantelic läuft ebenso im Sommer aus wie der des zweiten Offensivstars Andrij Woronin. Pantelic kommt mit Trainer Lucien Favre nicht mehr zurecht und für den Ukrainer müsste Hertha einen großen Patzen Geld an die Anfield Road transferieren. Woronin ist von Liverpool nur ausgeliehen und kein Schnäppchen. Auch einen Marc Janko gibt es nicht umsonst zu haben. Der Salzburger darf sich rund fünf Millionen Euro wertschätzen.

Ausstiegsklausel: Fifa-Paragraf 17

Nach dem 2005 erlassenen Fifa-Paragrafen 17 kann ein Spieler nach drei Saisonen seinen Vertrag für einen Transfer auflösen. Das kann der Spieler zwei Wochen nach Saisonende tun. Hertha müsste demnach im Sommer 2009 statt einer Millionen-Ablöse nur das Gehalt Jankos bis 2011 überweisen. Anlass für die Auslegung dieses bei Vereins-Managern umstrittenen Reglements war der Präzedenzfall des Schotten Andy Webster im Jänner 2008. Webster zog vor den obersten Sportgerichtshof, klagte sich aus seinem Vertrag und wechselte von Heart of Midlothian zu Wigan Athletic. Von einem neuen Bosman-Urteil war die Rede.

Auf Rekordjagd

Der verletzungsanfällige Stürmer hält nach 16 Bundesliga Runden bei 20 Treffern. Torrekordhalter Hans Krankl erzielte in der Saison 1977/78 41 Tore für Rapid, nach 16 Spieltagen konnte sich der Goleador lediglich 17 Treffer gut schreiben. Krankl heimste damals auch den "Goldenen Schuh" ein, der an den treffsichersten Angreifer Europas verliehen wird. Neben dem grün-weißen Stürmer erhielt einzig Toni Polster 1987 diese Auszeichnung. Marc Janko kämpft unter anderen Voraussetzungen um die Trophäe: Seit 1996 werden Bundesliga-Tore mit dem Faktor 1,5, jene in  europäischen Topligen mit 2,0 multipliziert. Janko muss also weitaus öfter treffen als etwa Eto'o oder Ronaldinho will er den "Goldenen Schuh" holen. Derzeit steht das goldene "Patscherl" am Kamin Cristiano Ronaldos.

Ein zweiter Rekord, der wackelt, ist jener von Oliver Bierhoff. Er hatte in der Spielzeit 1990/91 23 Mal für Salzburg getroffen. Janko, der durchschnittlich 53. Minuten für ein Bundesliga-Tor braucht, könnte dem Deutschen demnächst den Rang ablaufen. Es sei denn ein Klub aus dem Ausland oder die Verletzungsanfälligkeit des gebürtigen Wieners schlagen vorher zu. (sh, derStandard.at, 10. November 2008)

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    Marc Janko hält nach 16 Bundesliga-Runden bei 20 Toren.

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