Chef der Exilregierung soll exhumiert werden

10. November 2008, 18:33
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Verdacht der Verwicklung Moskaus in Flugzeugabsturz 1943

Warschau - Die sterblichen Überreste des Chefs der polnischen Kriegs-Exilregierung Wladyslaw Sikorski sollen exhumiert werden. Damit solle endgültig sein mysteriöser Tod bei einem Flugzeugabsturz 1943 geklärt werden, sagte am Montag im Fernsehen der Chef des Instituts für nationale Erinnerung, Janusz Kurtyka. Die Überreste Sikorskis würden am 25. November aus der Krypta der Kathedrale von Wawel im Süden des Landes exhumiert. Es sei "der Versuch, die Spekulationen um den Tod von General Sikorski zu beenden", fügte Kurtyka hinzu. "Wir können vielleicht Hinweise finden, dass es ein Unfall war. Oder aber Hinweise auf ein Attentat."

Sikorski führte während des Kriegs in London die polnische Exil-Regierung. Er starb im Juli 1943 bei einem Flugzeugabsturz vor Gibraltar. Der Pilot der Royal-Air-Force-Maschine sagte später als einziger Überlebender aus, dass die Flughebel blockiert gewesen seien. Seitdem gibt es Spekulationen, dass Moskau hinter dem Absturz steckte.

Befürworter der Attentats-These verweisen vor allem darauf, dass die Exil-Regierung eine unabhängige Untersuchung der Hinrichtung von insgesamt 22.000 polnischen Kriegsgefangenen der Sowjetarmee unter anderem in Katyn 1940 gefordert hatte. Die Sowjet-Führung machte für die Massaker die Nazis verantwortlich, Sikorski aber wollte eine unabhängige Untersuchung. Spätere Untersuchungen ergaben zweifelsfrei, dass die polnischen Kriegsgefangenen von den Sowjets hingerichtet wurden. (APA)

 

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