Trüffel in der Krise

10. November 2008, 16:20
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Die weltweite Finanzkrise erreicht jetzt auch die Luxusknolle, die Nachfrage geht zurück, die Preise sind am Boden

Alba - Luxusknolle in Not: Die weltweite Finanzkrise hat jetzt auch die begehrte Trüffel erreicht. Bei der zehnten Trüffelauktion im norditalienischen Alba ging die diesjährige Rekord-Knolle - eine weiße Trüffel von 850 Gramm - für "nur" 24.000 Euro an eine japanische Unternehmerin, berichteten italienische Medien am Montag.

Im vergangenen Jahr hatte ein Feinschmecker aus Hongkong für eine lediglich 750 Gramm schwere "Tuber magnatum pico" noch 143.000 Euro hingeblättert und damit alle bisherigen Preisrekorde gebrochen.

   Bei der Versteigerung am Wochenende kamen nach Medienangaben neben dem "besten Stück der Sammlung" insgesamt 15 edle Knollen unter den Hammer - für zusammen 118.000 Euro. 2007 seien es noch 364.000 Euro gewesen. Damit habe das Geschäft mit den edlen Schlauchpilzen einen Preiseinbruch von knapp 70 Prozent erlitten, bei der jeweils größten versteigerten Trüffel waren es sogar nahezu 85 Prozent. "Der Trüffel geht es schlechter als Wall Street" schrieb die Turiner "La Stampa".

   Die Auktion findet alljährlich im November in der Schlossburg in Grinzane Cavour statt. An der Versteigerung nehmen vor allem Geschäftsleute und Promi-Köche teil. Wegen ihres einzigartigen Duftes und Geschmacks erzielten piemontesische Trüffel - speziell aus der Stadt Alba - seit Jahren Höchstpreise. Um die seltenen "Diamanten der Küche" zu finden, die bis zu 30 Zentimeter unter der Erde in der Wurzel von Eichen, Kastanien und Pappeln gedeihen, werden heute meistens Trüffelhunde eingesetzt, die die Knollen erschnuppern. (APA/dpa)

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