Personalabbau frisst Gewinne auf

11. November 2008, 08:54
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Personalabbau im Festnetz drückt Telekom Austria 2008 in die Verlustzone

Wien - TA-Holding-Finanzvorstand Hans Tschuden budgetiert für das Jahr 2008 einen "geringen" Nettoverlust, der sich im unteren Drittel des zweistelligen Bereichs bewegen werde. Das Betriebsergebnis wird um 85 Prozent sinken.

Die roten Zahlen sind unmittelbarer Ausfluss des am Montag vom TA-Holding-Aufsichtsrats beschlossenen Personalabbaus. Bis Ende 2009 will die TA die Zahl der Beschäftigten im Festnetz von derzeit 9371 auf 8121 reduzieren. Für die 1250 Mitarbeiter wurden Sozialpläne im Volumen von 60 Millionen Euro geschnürt, es werden Schulungen angeboten und eine Jobbörse eröffnet, erläuterte TA-Generaldirektor Boris Nemsic Montagabend in einer Telefonkonferenz. Der TA-Chef erwartet, dass den Sozialplan nur rund 400 Beschäftigte annehmen, für den großen Rest müsse man vorsorgen.

Wie sehr die Maßnahmen, die zu einem erheblichen Teil aus Freistellungen unkündbarer TA-Beamter (bis zu deren Pensionierung) bestehen, ins Geld gehen, zeigt der Aufwand, den die TA laut Bilanzierungsregeln IFRS machen muss:Die nicht-cash-wirksamen Rückstellungen betragen 630 Mio. Euro. Sie werden im vierten Quartal schlagend. Die Diskussion über die Errichtung einer Beschäftigungsagentur für nicht ausgelastete TA-Beamte will Nemsic mit der neuen Regierung wieder aufnehmen. Das Ziel, bis 2011 weitere 1500 Stellen abzubauen, bleibe aufrecht.

Dass mit der Personalvertretung nicht verhandelt worden sei, stellt Nemsic in Abrede. TA-Betriebsratschef Michael Kolek kündigte an, den Personalabbau bekämpfen zu wollen. (ung, DER STANDARD, Printausgabe, 11.11.2008)

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    Die Diskussion über die Errichtung einer Beschäftigungsagentur für nicht ausgelastete TA-Beamte will Nemsic mit der neuen Regierung wieder aufnehmen. Das Ziel, bis 2011 weitere 1500 Stellen abzubauen, bleibe aufrecht.

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