Salzburger Jazzherbst wird gebündelter

10. November 2008, 15:27
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Deutlich weniger Konzerte in der kommenden Saison

Salzburg - Auch der Salzburger Jazzherbst reagiert auf die prognostizierte Wirtschaftskrise. Im kommenden Jahr wird es, so hat Jazzherbst-Intendant Johannes Kunz am Montag bei der Bilanz-Pressekonferenz angekündigt, nur 16 statt wie bisher rund 22 Konzerte geben, und die Karten werden teurer. Die Musiker bleiben hochkarätig, angekündigt wurden Konzerte von Cassandra Wilson und Sonny Rollins im Großen Festspielhaus. Das Bobby Hutcherson Quartett kommt in die Aula, und Ron Carter wird die Gala zur Festspieleröffnung im Juli spielen. Außerdem verhandelt Kunz mit Chick Corea über ein akustisches Piano-Solokonzert für 2010, dem 15-Jahr-Jubiläum des Festivals.

Im Budget des Jazzherbstes fehlen für 2009 rund 140.000 Euro, die "in Zeiten wir diesen via Sponsoren ganz schwer aufzutreiben sein werden", so Kunz. Der Salzburger Jazzherbst hat ein Gesamtbudget von etwas mehr als einer Million Euro. 192.000 Euro schießt die öffentliche Hand zu, der Rest stammt aus Eintrittsgeldern und vor allem von Sponsoren wie Post, Hypo-Bank, AUA und Stiegl-Brauerei. "In Zukunft kann ich Konzerte, die kein wirklich großes Publikum ansprechen, nicht mehr machen. Ich will nicht pleitegehen", erklärte Kunz. "Publikum und Sponsoren ziehen immer mehr zu den ganz großen, klingenden Namen. Alles andere wird immer riskanter und wirtschaftlich unvertretbar."

2008 hat der Jazzherbst jedenfalls positiv bilanziert, die Auslastung liegt bei durchschnittlich 80 Prozent, in etwa das Vorjahrs-Ergebnis. Das Abschlusskonzert von Chick Corea und John McLaughlin am Sonntag im großen Festspielhaus war voll. Ebenso zwischen 80 und 100 Prozent ausverkauft waren die Konzerte von Mariza, Marc Murphy, Brad Mehldau, Marc Ribot, Wolfgang Muthspiel, Mnozil Brass, Till Brönner und einigen weiteren Musikern. Für Kunz unbefriedigend - das heißt deutlich weniger als 80 Prozent verkaufte Karten - bilanzierten Randy Weston, Kurt Elling, Ralph Towner, Amina Claudine Myers oder die Jazzwerkstatt Wien, zu deren (gelungenem) Konzert bloß zehn zahlende Zuhörer gekommen sind. (APA)

 

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