Konservatorium Wien: Status als Privatuni sorgt für positive Entwicklungen

10. November 2008, 16:11
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Zahl der Studenten und Abschlüsse in vergangenen drei Jahren gestiegen - Vermehrt Kooperationen mit Wiener und internationalen Kultureinrichtungen

Wien - Für Bildungsstadträtin Grete Laska ist die Umwandlung des Konservatoriums der Stadt Wien zur Privatuniversität (KWU) eine Erfolgsgeschichte. Die Ausbildung sei seit 2005 durch den Abschluss mit akademischem Titel konkurrenzfähiger und durch die neue inhaltliche Ausrichtung interdisziplinärer geworden, so Laska am Montag bei einer Pressekonferenz. Die KWU habe "Rückenwind" bekommen, sagte auch der künstlerische Leiter Ranko Markovic: Die Zahl der Studenten sei in den vergangenen drei Jahren um ein Drittel gestiegen, die Drop-Out-Rate hingegen gesunken.

Evaluierungen an KWU

"Das Konservatorium war schon vor 2005 eine ausgezeichnete Bildungsstätte - aber mit dem Nachteil, dass ihr Abschluss nicht die selbe Rangordnung hatte wie der von anderen Unis in Österreich und im Ausland", sagte Laska. Durch den Status der Privatuniversität sei das Angebot zusätzlich um Forschung und Wissenschaftlichkeit erweitert und die Inhalte der Ausbildung modernisiert worden. Derzeit werde die KWU verstärkt evaluiert, so Laska, um im Verfahren für eine Wiederakkreditierung als Privatuni "zu beweisen, dass wir diesen Status weiter verdienen". Für die Führung der KWU werden weiterhin Markovic und der kaufmännische Leiter Gottfried Eisl zuständig sein, deren Verträge laut Laska gerade verlängert wurden.

Vernetzung mit Kultureinrichtungen

Die KWU habe 2005 "eine extreme Aufwertung" erfahren, so Marcovic. Die Folge: Anstieg der Studentenzahlen von 600 im Wintersemester 2005 auf 820 in diesem Jahr, eine deutlich höhere Abschlussrate des Studiums als früher und - trotz laut Marcovic "relativ hoher Gebühr" für die Aufnahmsprüfung - steigende Bewerberzahlen (2005: 690, 2008: 1100). Gleichzeitig sei die Vernetzung mit Kultureinrichtungen aus den Bereichen Musik und Theater im Inland (Musikverein, Schauspielhaus etc.) und Ausland (z.B. Simon Bolivar Youth Orchestra aus Venezuela) weiter verstärkt worden. Geht es nach Marcovic, soll die KWU helfen, Wien wieder zu einem Ort zu machen, "wo sich kreative Kräfte sammeln". Wichtig sei auch, den Bezug zur Gesellschaft zu suchen - etwa bei der für 2010 geplanten Kunstvermittlungsaktion des KWU im Museumsquartier.

Seit 2005 wurden die 12 über ganz Wien verteilten Standorte der KWU auf drei in der Innenstadt reduziert. Die gesamten Betriebsleitungen kosten laut Eisl jährlich 17,3 Millionen Euro, davon steuert die Stadt Wien 16,5 Millionen bei und 463.000 Euro stammen aus "den verhältnismäßig sehr geringen" (Marcovic) Studiengebühren. Die Stadt Wien unterstützt jeden Studienplatz jährlich mit 20.000 Euro. (APA)

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