Ergee ist Geschichte

10. November 2008, 14:57
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Nach dem Konkursantrag Ende Oktober sind die Verhandlungen und Übernahmegespräche gescheitert, das Unter­nehmen muss zusperren

Schrems/Krems  - Ergee-Masseverwalter Alois Autherith hat am Montag den Betriebsschließungsbeschluss am Landesgericht Krems eingebracht. Das hat die Kanzlei des Kremser Rechtsanwaltes am Nachmittag bestätigt. Verhandlungen und Übernahmegespräche hätten zu keinem Ergebnis geführt.

Der Strumpfhersteller hatte am 30. Oktober Konkursantrag gestellt. Laut damaliger Mitteilung der Geschäftsführung sind 123 Angestellte und 74 Arbeiter betroffen.

Es habe kein bindendes Angebot für die Übernahme der Ergee gegeben, sagte Autherith laut ORF Niederösterreich. Weil die Zeit dränge, worauf der Masseverwalter in den vergangenen Tagen wiederholt hingewiesen hatte, habe er den Betriebsschließungsbeschluss eingebracht. Ein Konzept müsse "bis Ende der Woche stehen", sagte Autherith noch am vergangenen Mittwoch zur APA und verwies auch dabei darauf, dass "Zeitdruck" bestehe.

Am Landesgericht Krems hieß es am Montag, dass die Entscheidung über die Schließung der Ergee noch am Nachmittag fallen könnte. Beim Strumpfhersteller selbst war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. "Ihr Anruf erreicht uns außerhalb der Geschäftszeiten" (an sich Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 17.00 Uhr, Freitag von 8.00 bis 14.00 Uhr), verkündete eine Tonbandansage.

Fortführung hätte Verluste für Masse bedeutet

Gemeinschuldnervertreter und der Ergee-Geschäftsführer hätten dem Antrag des Masseverwalters zugestimmt, teilte der Vizepräsident und Pressesprecher des Landesgerichts Krems, Norbert Klaus, mit. Die Unternehmensfortführung würde zu einer Ausfallserhöhung für die Gläubiger führen, berichtete der Gläubigerschutzverband Creditreform. Die Voraussetzungen für einen Fortbetrieb seien demnach nicht gegeben.

Die wirtschaftliche Fortführung des Betriebs wäre nur mit Verlusten für die Masse möglich gewesen, erläuterte Klaus auf Anfrage der APA. Allein für die Monate November und Dezember hätte es sich demnach um jeweils mehr als eine Mio. Euro gehandelt. An verfügbaren Mitteln sollen nicht einmal 500.000 Euro vorhanden gewesen sein.

Für die Fortführung des Gesamtunternehmens habe es trotz intensiver Gespräche kein konkretes Anbot gegeben, sagte Klaus weiter. Die Schließung gelte "mit sofortiger Wirkung". Vermutlich komme es zu einer Zerschlagung des Unternehmens.

Masseverwalter Alois Autherith hatte in den vergangenen Tagen wiederholt auf "Zeitdruck" in der Causa Ergee verwiesen. Ein Konzept müsse noch "bis Ende der Woche stehen", sagte er am vergangenen Mittwoch. Weil es kein bindendes Angebot für die Übernahme des Strumpfherstellers gegeben habe, wurde am Montag der Betriebsschließungsbeschluss eingebracht. (APA)

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