Hilfen für Autobauer in den USA und Europa

10. November 2008, 14:44
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Günstige Kredite für die Unternehmen sowie Steuerbefreiungen für Neuwagen sollen den Absatz der gebeutelten Branche ankurbeln

Frankfurt- Die Autobauer in Europa und den USA sind massiv von den Folgen der Finanzkrise betroffen. Um das Schlimmste zu verhindern, sind die Fahrzeughersteller diesseits wie jenseits des Atlantiks auf Hilfe von Staats- und Regierungsseite angewiesen. Bisher ist Folgendes geplant:

- Der designierte US-Präsident Barack Obama prüft "mit höchster Priorität" verschiedene Optionen, der Autoindustrie zu helfen. "Die Autoindustrie ist das Rückgrat des produzierenden amerikanischen Gewerbes und ein entscheidender Teil unseres Versuches, unsere Abhängigkeit von ausländischen Öl zu reduzieren", erklärte Obama am Freitag in seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl.

- Die demokratischen Führer im US-Kongress, Nancy Pelosi und Harry Read, forderten die scheidende Bush-Regierung am Wochenende auf, das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket (549 Mrd. Euro) für die Finanzbranche auch auf die Automobilhersteller auszuweiten.

50 Milliarden Dollar

 Die schwer angeschlagene US-Autoindustrie dringt in Washington auf günstige Kredite in einem Volumen von 50 Mrd. Dollar - zusätzlich zu den bereits bewilligten 25 Mrd. Dollar für die Entwicklung sparsamer Fahrzeuge. Allerdings wird dieses 25-Milliarden-Paket voraussichtlich nicht vor 2009 zur Verfügung stehen.

- Auch die europäische Autoindustrie hofft auf vergünstigte Kredite in einem Umfang von 40 Mrd. Euro. Die Europäische Investitionsbank (EIB) prüft ein entsprechendes Paket. Die Autobauer argumentieren, dass sie das Geld benötigen, um die geplanten EU-Klimaschutzauflagen erfüllen zu können: Die EU müsse sicherstellen, dass "die Hersteller die erhöhten Aufwendungen, die sie leisten müssen zur Entwicklung umweltfreundlicher, kraftstoffarmer Fahrzeuge" trotz Finanzmarktkrise bezahlen könnten.

- In Deutschland ist in dem vom Bundeskabinett gebilligten Konjunkturprogramm der Plan enthalten, für alle Neuwagen die Kfz-Steuer ein Jahr lang auszusetzen, und für Autos mit den Abgasnormen Euro-5 und Euro-6 sogar für zwei Jahre. Damit soll der Kauf von Neuwagen attraktiver gemacht werden. Das Paket muss allerdings noch von Bundestag und Bundesrat gebilligt werden. (APA/AP)

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