Tiroler SPÖ-Chef für neuerliche Diskussion

10. November 2008, 16:30
143 Postings

Hannes Gschwentner: "Meine persönliche Meinung" - Große Probleme an Unis durch Ansturm deutscher Studierender seinen vorprogrammiert

Auch in der SPÖ gibt es Stimmen, die an der Sinnhaftigkeit der Studiengebühren-Abschaffung zweifeln. Der Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter Hannes Gschwentner (SPÖ) hatte in einem Interview der Tiroler Tageszeitung davon gesprochen, dass er sich vorstellen kann, über die von der ÖVP gewollten und von der SPÖ erst unmittelbar vor der Wahl gemeinsam mit der Opposition abgeschafften Studiengebühren zu reden. Im Gespräch mit derStandard.at konkretisiert er seine Vorstellungen und sagt, dass man auch über eine Wiedereinführung diskutieren müsste, mit dem Zusatz: "Es muss eine sozial treffsichere Variante der Studiengebühren sein."

Gschwentner kritisiert, dass es durch den Wegfall der Studienbeiträge einerseits einen Einnahmensentfall andererseits einen Ansturm deutscher Studierender geben werde. Natürlich führe die Abschaffung der Studienbeiträge zu gewünschten Effekten - nämlich die Barrieren abzubauen. "Doch gleichzeitig lockt man damit deutsche Studierende an, die unsere Unis vor große Probleme stellen wird - ich denke dabei zum Beispiel an die Medizin-Uni in Innsbruck", so Gschwentner.

Wiedereinführung in SPÖ kein Thema

Dass er mit dieser Ansicht in der SPÖ weitgehend allein ist, ist Gschwentner bewusst: "Das ist meine persönliche Meinung als Landesvorsitzender." Eine Diskussion darüber, ob eine Wiedereinführung notwendig sei, gebe es derzeit in der SPÖ nicht. "Das wäre auf jeden Fall nicht mehrheitlich abgesichert."

Auf die Frage, wie eine sozial treffsichere Variante der Studiengebühren ausschauen könnte, sagte Gschwentner: "Dazu bin ich zu wenig Fachmann. Aber sie müssen so eingehoben werden, dass keine Barrieren für angehende Studierende aus niederen Einkommensschichten entstehen."

"Schritt in richtige Richtung"

Die designierte ÖVP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl begrüßte Gschwentners Positionen in einer Aussendung. Dies sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagt sie: "Endlich hat auch jemand unter den Sozialdemokraten erkannt, dass die Abschaffung der Studienbeiträge weder sozial treffsicher noch zielführend ist." (edt/derStandard.at, 10.11.2008)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Tiroler SPÖ-Chef bezweifelt, dass die Abschaffung der Studiengebühren eine so gute Idee war.

Share if you care.