Grüne pochen auf Umsetzung der Homo-Ehe

10. November 2008, 13:06
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Lunacek sieht Chance von 50 bis 60 Prozent - Umsetzung des "Schweizer Modells" als ersten Schritt

Wien - Die Grünen pochen auf die Umsetzung der "Homo-Ehe". Wunschszenario ist sowohl die Einführung eines sogenannten Zivilpakts als auch die Öffnung der traditionellen Ehe für Schwule und Lesben. Als ersten Schritt hofft man, dass die Koalitionsverhandler sich zumindest auf das so genannte "Schweizer Modell" einigen, wie die Grüne Sprecherin für Lesben, Schwule und Transgenders Ulrike Lunacek auf einer Pressekonferenz sagte. Dieses sieht im Wesentlichen eine Gleichstellung mit der Ehe mit Ausnahme des Adoptionsrechts vor.

Österreich Schlusslicht

Die Grüne erinnerte daran, dass das Schweizer Modell bereits von der VP-Perspektivengruppe unter der Leitung des jetzigen VP-Chefs Josef Pröll geplant gewesen sei. Sie sieht daher nun eine 50 bis 60- prozentige Chance auf dessen Umsetzung. Sie bedauerte zudem, dass Österreich innerhalb der EU in Sachen Gleichstellung von Homosexuellen Schlusslicht sei. Von den "alten" EU-Staaten hätten bereits 11 von 15 die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben in unterschiedlichem Ausmaß umgesetzt, betonte Lunacek.

Hierzulande hingegen seien Homosexuelle vor dem Gesetz nach wie vor "Fremde" zueinander, beklagte die Abgeordnete. So haben Betroffene keine Auskunftsrecht, wenn ihr Partner auf der Intensivstation liegt, auch gebe es im Erbrecht keinen Pflichtanteil, nannte sie Beispiele für Diskrimierungen. Benachteiligungen erfahren Homosexuelle laut Lunacek auch, wenn sie sich in Angehörige von Dritt-Staaten verlieben, da es für sie keine Möglichkeit auf Familienzusammenführung gibt. (APA)

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    Als ersten Schritt hofft man, dass die Koalitionsverhandler sich zumindest auf das so genannte "Schweizer Modell" einigen, sagt die Grüne Sprecherin für Lesben, Schwule und Transgenders Ulrike Lunacek.

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