Ein Flaggschiff sucht die richtige Route

10. November 2008, 11:43
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Partnersuche bisher an der Politik gescheitert

 Die Telekom Austria ist mit ihren 17.000 Beschäftigten das Flaggschiff der heimischen Telekombranche, doch der Kurs des Leitbetriebes schlingert seit Jahren. Während die Tochter Mobilkom in Südosteuropa stark gewachsen ist, ist die Festnetzsparte seit Jahren ein Sorgenkind. Die Überlegungen reichen hier von einer Kindsweglegung bis hin zu einem staatlichen Heim.

"Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren"

Telekom-Chef Boris Nemsic würde die Festnetzbeschäftigten am liebsten der staatlichen Finanzholding ÖIAG umhängen. "Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren", kommentieren dies die Grünen. Blödsinn, so die Replik von Nemsic. Es gehe darum, auf geänderte Rahmenbedingungen einzugehen, durch die Digitalisierung würden eben weniger Mitarbeiter benötigt.

Neben der Personalfrage ist auch noch offen, in welcher Eigentümerschaft der Telekom-Tanker weiterhin durch schwierige See fährt. SPÖ und ein Teil der Betriebsräte sind gegen eine weitere Privatisierung. Derzeit hält der Staat an dem Ex-Monopolisten noch knapp 28 Prozent. Die ÖVP hat sich bisher immer für weitere Privatisierungsschritte ausgesprochen. Angeblich laufen bereits Gespräche auf höchster Ebene, eine Privatisierung, bevor eine neue Bundesregierung steht, gilt aber als unwahrscheinlich. Auch fehlt der Privatisierungsauftrag.

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Nichtsdestotrotz wird fleißig über mögliche Partner spekuliert. Zuletzt wurde die ägyptische Orascom ins Spiel gebracht, die hat aber bereits abgewunken. Konkreter waren da schon in der Vergangenheit die Gespräche mit der Swisscom und der Deutschen Telekom, die aber an der Politik scheiterten. (APA)

 

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